Wo das Glück wohnt

Exemplare des Buchs 'Gluecksatlas 2012' der Deutschen Post. Die Studie erscheint bereits zum zweiten Mal und soll eine umfassende Bestandsaufnahme des Lebensgluecks in Deutschland darstellen. dapd
1 von 2
Exemplare des Buchs "Gluecksatlas 2012" der Deutschen Post. Die Studie erscheint bereits zum zweiten Mal und soll eine umfassende Bestandsaufnahme des Lebensgluecks in Deutschland darstellen. dapd

von
12. September 2012, 10:36 Uhr

Euro-Krise hin oder her – am Glück der Deutschen scheint das Schwächeln der EU-Staaten offenbar noch nicht zu nagen. Im „Glücksatlas 2012“ geben die Deutschen ihrer Lebenszufriedenheit sieben von zehn Punkten. Und liegen damit im Europavergleich im oberen Drittel. Die Glückslücke zwischen Ost und West ist mittlerweile so schmal wie noch nie seit der Einheit. Vor allem Sachsen, Thüringen und Brandenburg verzeichnen ein klares Plus an Lebenszufriedenheit ihrer Einwohner in den vergangenen Jahren. Am glücklichsten sind jedoch nach wie vor die Menschen in Hamburg, an der Nordsee, in Südbayern und Franken. Einige Aspekte der Studie:


WAS MACHT DEN EINZELNEN GLÜCKLICH?
Gute Gesundheit, Gemeinschaft mit dem Partner, Freunde, aber auch regelmäßiger Sport sind die wichtigsten Glücksbringer für die Deutschen. Unter ferner liefen rangiert die Gehaltserhöhung. Allerdings sehen es viele als Glückshemmnis an, wenn ihr Gehalt stabil ist, aber ihre Umgebung auf einmal mehr verdient als sie selbst. „Glück ist eben relativ“, sagt Studienleiter Prof. Bernd Raffelhüschen. Vor allem drücken Krankheit, Tod eines Partners sowie Arbeitslosigkeit und soziale und kulturelle Isolation das persönliche Glückslevel.


WAS MACHT DIE GESELLSCHAFT GLÜCKLICH?
Vertrauen ist für die meisten eine immens wichtige Voraussetzung – sowohl in Mitmenschen als auch in Institutionen wie Parlament oder Rechtsstaat. Immerhin 60 Prozent sagten, ihren Mitmenschen eher oder ganz zu vertrauen, nur fünf Prozent sind völlig misstrauisch. Auch Einkommensniveau und Beschäftigungslage sind maßgeblich: „Wenn alle gleich wenig verdienen, macht das natürlich nicht glücklich“, sagt Raffelhüschen. Aber deutliche Einkommensunterschiede verstärkten die gesamtgesellschaftliche Unzufriedenzeit. Weiterer Faktor für Lebensglück sei Arbeit: „Selbst wenn es sich um Mini-Jobs handelt.“ Den stärksten Glückszuwachs verzeichnen Arbeitslose, die einen regulären Vollzeitjob bekommen. Ein Sinken der Arbeitslosenquote hebe das Glücksniveau insgesamt an. Wirtschaftswachstum allein sei dafür kein unbedingter Garant.


STADTLEBEN ODER LANDIDYLL?
Insgesamt sind die Menschen in Städten etwas zufriedener als Landbewohner. Dies trifft vor allem für die Jungen und die Alten zu. Besonders kulturelle Angebote, Verkehrsinfrastruktur und Attraktivität als Wirtschaftsstandort punkten für die Städte. Handlungsbedarf gibt es hingegen oft noch beim Zusammengehörigkeitsgefühl oder den Angeboten für Kinder und Familien, die vielen Befragten wichtig sind – und schwerer wiegen als Haushaltsdefizite oder innere Sicherheit. Die besten Bewertungen ernteten beim Ranking der 13 größten Städte Hamburg, Düsseldorf und Dresden. Am Tabellenende: Berlin, Köln und Essen.


WO STEHT DEUTSCHLAND IMVERGLEICH MIT ANDEREN?
Im europäischen Vergleich hat Deutschland sich seit 2006 um sechs Ränge vorgearbeitet und liegt jetzt mit Platz neun im vorderen Drittel. Insgesamt legen die Staaten, die gut durch die Eurokrise kommen, in punkto Lebenszufriedenheit zu, während Krisenländer wie Griechenland oder Spanien deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Zwar hatte auch in Deutschland eine Umfrage ergeben, dass die Eurokrise Angstmacher Nummer eins ist – allerdings scheinen die Sorgen nicht so stark zu sein, als dass sie das Glücksniveau sinken ließen.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen