Wissenschaftler warnen vor eisigen Folgen des Klimawandels

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21. November 2010, 06:44 Uhr

Potsdam | Wissenschaftler warnen vor kälteren Wintern infolge des Klimawandels. Als Grund nennt Vladimir Petoukhov vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) starke Störungen von Luftströmungen. In der östlichen Arktis schrumpfe das Eis auf dem Meer, was dazu führe, dass örtlich untere Luftschichten aufgeheizt würden und sich dadurch die Luftzirkulation verändern könnte.

"Diese Störungen könnten die Wahrscheinlichkeit des Auftretens extrem kalter Winter in Europa und Nordasien verdreifachen", sagte Petoukhov in Potsdam. Er fügte hinzu: "Harte Winter wie der vergangenen Jahres oder jener 2005/06 widersprechen nicht dem Bild globaler Erwärmung, sondern vervollständigen es eher."

Petoukhov und seine Kollegen stützen ihre Aussagen auf Simulationen mit Hochleistungsrechnern. In ihrer Studie konzentrierten sie sich auf die Barents-Kara-See nördlich von Norwegen und Russland, wo im kalten europäischen Winter 2005/06 eine drastische Verkleinerung der Eisdecke beobachtet wurde. "Unsere Simulationen haben eine ziemlich deutliche nichtlineare Reaktion der Lufttemperatur und der Winde erkennen lassen, als wir im Rechner die Ausdehnung der Eisdecke haben schrumpfen lassen", sagte Petoukhov.

Andere Ansätze zum Thema kalter Winter und Erderwärmung, die sich auf verringerte Sonnenaktivität oder den Golfstrom beziehen, "neigen zur Übertreibung der Effekte", sagte Petoukhov weiter. Die Korrelation sei bei diesen Phänomenen relativ schwach, der nun entdeckte Zusammenhang hingegen ziemlich stark.

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