Wiro-Aufsichtsrat Freitag tritt nach Landesrechnungshof-Kritik zurück

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12. Februar 2008, 01:28 Uhr

Rostock - Einem dritten Abwahlantrag in der Rostocker Bürgerschaft ist Benno Freitag (FDP) zuvorgekommen: Der Unternehmer erklärte am Montag seinen Rücktritt aus dem Aufsichtsrat der Wiro, in dem er seit 1992 einen Stammplatz hat.

„Ich habe es satt, weiterhin gemobbt und genervt zu werden. Meine persönliche politische Leidensfähigkeit, die meiner Privatsphäre und meiner Firma ist über die Maßen erschöpft“, verkündete der umstrittene Politiker gestern in einer Mitteilung der FDP-Fraktion. Vor allem der Rostocker Bund hatte im vergangenen Jahr immer wieder vehement seine Abberufung aus dem Wiro-Aufsichtsrat und dem Bauausschuss der Stadt gefordert. Ohne Erfolg.

Erst mit einem Prüfbericht des Landesrechnungshofs vom Oktober 2007, der geschäftliche Verbindungen des Gerüstbauers mit der Wiro in Höhe von 4,4 Millionen Euro offen legte, kam Bewegung in die Debatte. Im Januar forderten die Rechnungsprüfer dann konkret die Abberufung, für die Oberbürgermeister Roland Methling seine Unterstützung zusagte. Mit Freitags freiwilligen Verzicht auf das Mandat, ist er einer öffentlichen Demütigung auf der kommenden Bürgerschaftssitzung zuvorgekommen.

Benno Freitag saß für die FDP im Wiro-Aufsichtsrat. Der FDP- Fraktionschef in der Bürgerschaft, Norbert Uhlig, vertrat die Erwartung, dass die „teilweise sehr belastende Diskussion um seine Person nun ihr Ende findet“

Die Wiro gehört der Stadt Rostock, im 15-köpfigen Aufsichtsrat sitzen 10 Mitglieder der Bürgerschaft. Nach Auffassung des Rechnungshofs ist eine unabhängige und pflichtgemäße Wahrnehmung des Aufsichtsratsmandats nicht gewährleistet, wenn ein Aufsichtsratsmitglied zugleich Aufträge der Gesellschaft erhält. Die Forderungen des Landesrechnungshofs nach Abberufung von Aufsichtsräten mit möglichen Interessenkonflikten wird auch von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) unterstützt.

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