Interview mit Bundestrainer Joachim Löw : "Wir meistern die Qualifkation"

Nach der EM ist vor der WM - Bundestrainer Joachim Löw richtet eine Woche nach der Finalniederlage gegen Spanien den Blick nach vorn. Die Torhüter- und die Systemfrage, die Stimmung im Team und die schwere Aufgabe Russland in der Qualifikation für Südafrika 2010 - das sind die Kernfragen, die Löw im Interview mit dem kicker eruierte.

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07. Juli 2008, 12:58 Uhr

"Wir meistern die Qualifkation"Interview mit Bundestrainer Joachim LöwNach der Europameisterschaft ist vor der Weltmeisterschaft - Bundestrainer Joachim Löw richtet eine Woche nach der Finalniederlage in Wien gegen Spanien den Blick schon wieder nach vorn. Die Torhüter- und die Systemfrage, die Stimmung im Team und die schwere Aufgabe Russland in der Qualifikation für Südafrika 2010 - das sind die Kernfragen, die Löw im Interview mit dem kicker beantwortete.Nach der EM ist vor der WM - Bundestrainer Joachim Löw richtet eine Woche nach der Finalniederlage gegen Spanien den Blick nach vorn. Die Torhüter- und die Systemfrage, die Stimmung im Team und die schwere Aufgabe Russland in der Qualifikation für Südafrika 2010 - das sind die Kernfragen, die Löw im Interview mit dem kicker eruierte.
Ein kurzer Blick zurück zur EURO 2008. "Unser Mannschaft hat sehr viel Positives geleistet", resümiert Löw (48), der Spanien als völlig verdienten Europameister sieht. Aufgrund der konstanten Leistungen während des Turniers, aufgrund der Dominanz im Finale. Starke Schwankungen in seinem Team sowie spielerische Schwächen gibt es zu kritisieren. Dennoch: "Wenn man die vergangenen zwei, drei Jahre betrachtet, haben wir eine absolut tolle Entwicklung gemacht", sagt Löw.Und diese Entwicklung ist noch nicht zu Ende, so sieht Löw es. Ein großes Plus: Junge Spieler wie Podolski, Schweinsteiger, Lahm und Mertesacker haben "alle schon an die 50 oder sogar mehr Länderspiele" - und sie hätten ihren "absoluten Leistungszenit noch nicht erreicht". Von den genannten Akteuren sei ebenso wie beispielsweise von Mario Gomez oder Marcell Jansen noch einiges zu erwarten. "Weitere werden bis zur WM 2010 folgen", kündigt Löw an.Und die Nationalelf wird an der schweren Aufgabe in der WM-Qualifikation wachsen. Löw verweist auf die starken Russen, gegen die es am 11. Oktober 2008 (zu Hause in Dortmund) und am 10. Oktober 2009 (auswärts) geht. "Jeder hat bei der EM gesehen, wie gut die Russen sind. Das ist gut so, denn vor dem Turnier hieß es wieder, dass Deutschland eine leichte Qualifikationsgruppe habe." Neben dem EM-Halbfinalisten sind Finnland, Wales, Aserbaidschan und Liechtenstein die Gegner - der Erste kommt direkt weiter, die acht besten Zweiten aus den neun Gruppen bestreiten K.o.-Spiele, die Sieger fahren dann ebenfalls nach Südafrika. "Wir sind überzeugt, dass wir auch die WM-Qualifikation meistern", so Löw, der die Nachwuchsarbeit "vom Trainerteam der A-Mannschaft im Zusammenspiel mit Sportdirektor Matthias Sammer weiter verbessern" will.

Besser muss wohl auch die Stimmung werden, denkt man an den Disput nach dem Finale zwischen Kapitän Michael Ballack und Manager Oliver Bierhoff. "Es gibt immer einmal Spannungen", weiß der Bundestrainer. "Aber es gab keine dramatischen Dinge, keine Disziplinlosigkeiten." Der "Fall Bierhoff/Ballack" sei "Emotion pur" gewesen - beide hätten sich die Hand gegeben. "Damit ist das okay", setzt Löw einen Punkt.

Lehmann oder nicht? - 4-4-2 oder 4-5-1?Wer wird im Tor stehen? Jens Lehmann ist noch nicht aus dem Rennen. Der 38-jährige Schlussmann des VfB Stuttgart soll "ein paar Tage ins Land ziehen lassen". "Sicherlich wird es irgendwann einen Generationswechsel im Tor geben müssen", verweist Löw auch auf die jungen Torleute wie René Adler und Manuel Neuer. Timo Hildebrand, den vor der EM ausgebooteten Keeper des FC Valencia, nennt er nicht. Nach Gesprächen mit Lehmann soll dann demnächst "eine gemeinsame Entscheidung" getroffen werden.Die taktische Ausrichtung wird sich auch zukünftig von Spiel zu Spiel ändern können. Während der EURO wechselte Löw bekanntlich vom 4-4-2 auf 4-5-1. Grundsätzlich ist das Erstgenannte das von Löw favorisierte. "Ich ändere meine Meinung doch nicht innerhalb von vier Wochen." Mit zwei Spitzen wird der Bundestrainer auch künftig spielen lassen, "wenn die Stürmer gut in Form sind". Dies war in Österreich und in der Schweiz nicht immer der Fall. Löw sieht die Möglichkeit des Systemswechsel als Vorteil. "Dann bist du nicht so schnell zu durchschauen."

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