Splitter : Wir in Rühstädt

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16. November 2015, 08:55 Uhr

Ur-Gnevsdorfer Klaus-Dieter Weger weiß, welche Sorte für welche Zubereitung taugt. Foto:  Lars Reinhold
Ur-Gnevsdorfer Klaus-Dieter Weger weiß, welche Sorte für welche Zubereitung taugt. Foto: Lars Reinhold
 

Das Dorf der tausend Birnen

Wenn im April die Birnenbäume blühen, dann ist Gnevsdorf, einer der kleinsten Orte in der Gemeinde Rühstädt, ein wahres Blütenmeer. An der westlichen Straßenseite reiht sich Birnenbaum an Birnenbaum, auch auf der östlichen Seite stehen sie vereinzelt. „Das Dorf hatte mal eine richtige Birnenallee, beide Straßenseiten waren mit Birnen gesäumt“, erinnert sich Anwohnerin Brigitte Blum. „In der Zeit, als die Rote Armee hier war, fielen viele Bäume dem Verkehr der Panzer und Militärfahrzeuge zum Opfer.“

Klaus-Dieter Weger, Ur-Gnevsdorfer, hier geboren, aufgewachsen und alt geworden, kennt jeden Baum und weiß genau, was man mit seinen Früchten am besten anstellt. „Eine Sorte eignet sich beispielsweise hervorragend zum Einwecken, die wird im Glas rot, und auch die  Williams Christ wächst hier, die klassische Frucht für den Obstbrand.“ Noch immer wird in Gnevsdorf im Spätsommer geerntet, dann gibt es frischen Birnenkuchen und leckeres Kompott.

Die Landfrauen und ihre leckere Suppe

„Wo der Landfrauenverein gebraucht wird, da ist er da“, sagt Carola Ploigt aus Bälow erheitert. Zum fünften Mal findet am 10. Oktober von 11 bis 14 Uhr in ihrem Gasthaus der Suppentag statt. Seit August 1990 betreibt sie das Haus, das sie vom Schwiegervater übernommen hat.  Die Idee mit dem Suppentag hat sie aus dem Fernsehen: „In Hessen gab es eine Gruppe von Frauen und das hat mir so gut gefallen, das wollte ich auch“, sagt sie. Jede der beteiligten Frauen bringt eine Suppe mit, der Topf ist beschriftet, aber außer den Köchinnen weiß keiner, von wem welche Suppe stammt. Die Gäste zahlen fünf Euro für die Unkosten, kriegen dafür Suppe satt und drei Steine, mit denen sie die Töpfe bewerten können. Der Topf mit den meisten Steinen macht  eine Frau zur Suppenkönigin.  Im letzten Jahr haben sich ungefähr 170 hungrige  Gäste an der Kür beteiligt.       Für Carola Ploigt gehört das alles zusammen. „Ich fühle mich wohl in der Gemeinde. Der Zusammenhalt, das Familiäre ist es.“ 

Der Landwirt zwischen Elbe und Havel

Abbendorf „Meine Oma hatte früher schon einen Bauernhof in Abbendorf. Ich habe mal ein Vierteljahr in Hannover gearbeitet, bevor wir uns selbstständig gemacht haben. Das war auch gut, weil es mir die Marktwirtschaft in der Landwirtschaft erklärt hat.“ 1993 hat Ulf Oestreicher in Abbendorf mit seinem Landwirtschaftsbetrieb angefangen.  Tätig ist er heute in der Getreide- und Rapsproduktion, hat  Maisfelder stehen.  Außerdem leben 250 Pensionstiere auf seinem Hof und er betreibt mit fünf Lkw ein kleines Fuhrgewerbe. Elf Mitarbeiter, ein Lehrling und ein Praktikant unterstützen ihn. Doch damit alleine lässt sich nicht beschreiben, was ihn an die Gemeinde bindet. Das Beste an der Region ist für Oestreicher  das ganze Umfeld zwischen Havel und Elbe. „Wenn ich morgens zu den Tieren fahre und den Sonnenaufgang sehe, ist das immer wieder ein Highlight für mich.  Früher hatte ich den Blick dafür noch nicht, das hat sich mittlerweile geschärft“, so Oestreicher.

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