Splitter : Wir in Leussow

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16. November 2015, 11:23 Uhr

Rückblick auf das Dorffest in diesem Jahr. Die Mitwirkenden der Musikschule Rock-Pop-Schmiede aus Göhlen machten richtig Stimmung. Foto: Joachim Krüger
Rückblick auf das Dorffest in diesem Jahr. Die Mitwirkenden der Musikschule Rock-Pop-Schmiede aus Göhlen machten richtig Stimmung. Foto: Joachim Krüger
 

Dorffest Höhepunkt im Dorfleben – mit Luftholen

Dass die Leussower verstehen zu feiern, das haben sie Jahr für Jahr bewiesen. Mit ihrem schmucken Gemeindehaus haben sie ja auch den richtigen Ort dafür und darüber hinaus einen Platz, der sehr viel für Familienfeiern genutzt wird. Es gibt eben keine Gaststätte im Ort mehr. 2015 ist das Dorffest wieder zum Höhepunkt in der kleinen Gemeinde geworden. Ein lieb gewordenes Detail fehlte jedoch. Bei der aktuellen Ausgabe gab es keine Tombola. Das liegt aber nicht daran, dass die Leussower kein Interesse daran hätten. Sie wollen ein wenig Luft holen, denn im kommenden Jahr soll so richtig gefeiert werden in der Gemeinde. Dann steht das 725-jährige Dorfjubiläum an und da wird es auch wieder die Tombola geben. Fest steht bis jetzt nur, dass das Jubiläum würdig begangen wird. Wie – darüber werden sich Gemeindevertretung und Festkomitee in den kommenden Monaten Gedanken machen.

725 Jahre – eine wechselvolle Zeit

Wenn im kommenden Jahr die 725-Jahrfeier in der Gemeinde Leussow begangen wird, wälzt so mancher vorher die Geschichtsbücher, um die wechselvolle Geschichte des Ortes nachzuvollziehen. Grob umrissen ist sie in der Chronik des Amtes Ludwigslust-Land aufgeschrieben. Der Ort wurde erstmalig 1291 als „Lysu“ urkundlich erwähnt. Dieser Name stammt aus dem Slawischen und bedeutet „kahler Ort“. Der Ortsteil Kavelmoor wurde 1833 als Büdnersiedlung erstmalig erwähnt. „Auf Grund der vorherrschenden klimatischen Verhältnisse und minderwertigen Bodenwerte war es eher ein Kampf zwischen Mensch und Natur, in dieser Gegend sesshaft zu werden. Umso erstaunlicher ist es, das in den vergangenen 725 Jahren aus Leussow ein wohnenswerter Ort geworden ist“, bemerkt der Chronist. Dass dem so ist, bestätigt übrigens auch der Bürgermeister. Momentan gibt es nur zwei unbewohnte Häuser im Dorf.

Jain Subhash schwor nicht auf das Grund-, sondern das Gesundheitsgesetz.
Jain Subhash schwor nicht auf das Grund-, sondern das Gesundheitsgesetz.
 

Inder als Bürgermeister konnte kein Deutsch

Das skurrilste Kapitel der neuzeitlichen Kommunalpolitik in Leussow war die Zeit des indischstämmigen Bürgermeister Subhash Jain von 1999 bis 2000. Dieser hatte ein Problem. Er kannte sich in der deutschen Sprache so gut wie nicht aus und half dem Problem auch nicht ab. Bei seiner Amtseinführung schwor er statt auf das Grundgesetz auf das „Gesundheitsgesetz“. Die Gemeinde hemmte diese Sprachlosigkeit sehr.

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