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17. November 2017 | 18:57 Uhr

Interview : „Wir dürfen dankbar sein“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Dr. Ute Brunner, stellvertretende Vorsitzende des Seniorenverbands, über die Aufgaben der Ruheständler in der Gesellschaft

svz.de von
erstellt am 02.Dez.2015 | 20:04 Uhr

Dr. Ute Brunner kümmert sich als stellvertretende Vorsitzende des Seniorenverbandes BRH – Bund der Ruheständler, Rentner und Hinterbliebenen – um die Belange älterer Bürger in Mecklenburg Vorpommern. Im Interview mit Lisa Kleinpeter erzählt Brunner, wie sich die Rolle der Senioren im Laufe der Zeit verändert hat.

Sind die heutigen Ruheständler aktiver als früher?

Brunner: Das ist schwer zu sagen. Meine Großeltern und Eltern haben in einer anderen Zeit gelebt. Sie hatten andere Aufgaben und andere Möglichkeiten. Diese Lebendigkeit, die heute bei alten Menschen zu erleben ist ist, hängt auch damit zusammen, dass es ganz andere Angebote gibt, zum Beispiel, um sich gesellschaftlich zu engagieren. Früher war das einfach etwas anderes.

MV wird immer älter. Wie steht es um die Angebote, sich heute aktiv an der Gesellschaft zu beteiligen?

Wir haben nach der Wende in Mecklenburg-Vorpommern das Altenparlament gegründet. Es war eines der ersten in den neuen Bundesländern. Man hat natürlich versucht, die Senioren überall einzubinden. Aber auf der anderen Seite ist da auch eine Bremse.

Was für eine Bremse meinen Sie?

Die Beweglichkeit, vor allem in den Flächen, ist stark eingeschränkt. Die Fahrmöglichkeit wurde in den letzten Jahren ja stark zurückgebaut. Wenn man auf dem Land irgendwo hin möchte, ist man oft auf das Auto angewiesen. Viele Senioren fahren Auto. Es gibt aber auch sehr viele – vor allem Frauen – die noch nie richtig gefahren sind. Die sind in ihrer Beweglichkeit natürlich stark eingeschränkt. Da wäre es besser, wenn man irgendwelche Möglichkeiten finden würde. Aber so etwas muss sich natürlich auch rechnen.

Was können Rentner in Mecklenburg-Vorpommern machen?

Da gibt es viele Angebote. Ich denke nur an die Senioren-Akademie in Rostock. In Stralsund gibt es eine sehr lebhafte Gruppe, von 170 Personen, die machen jeden Monat eine große Wanderung. In Malchin gibt es ebenfalls eine sehr aktive Seniorengruppe. Die machen unglaublich interessante Sachen, laden Politiker ein. Da wird kräftig diskutiert. Oder in Güstrow geben ehemalige Wissenschaftler der Hochschule sehr anspruchsvolle Vorträge. Da passiert schon sehr viel im Land.

Wie wichtig ist es für MV, dass sich die Senioren im Land engagieren?

Die Senioren sind in Familien unheimlich wichtig. Sie sind die Betreuer der Enkelkinder und teilweise sogar Urenkelkinder. Sie gewährleisten, dass die Eltern in Vollzeit berufstätig sein können. Und viele Rentner helfen natürlich auch in der Gesellschaft aus. So auch in der Flüchtlingsfrage. Ich kenne Senioren, die helfen zum Beispiel beim Kleidersortieren. Ich denke schon, dass wir dankbar sein müssen und dürfen, dafür, dass sich die Senioren einbringen.

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