Wintereinbruch in Güstrow, frostige Sonne in Schwerin

Frostig, klar und ausreichend Schnee - Schlitten und Schneeballschlacht waren bei Kindern zumindest am Morgen noch angesagt. Foto: dibu
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Frostig, klar und ausreichend Schnee - Schlitten und Schneeballschlacht waren bei Kindern zumindest am Morgen noch angesagt. Foto: dibu

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05. März 2008, 12:35 Uhr

Schwerin/Rostock - Zunehmende Kälte und ab der "Wetterschneise" bei Weitendorf in Richtung Osten sogar Schnee sorgten über Nacht für einen - zumindest kurzzeitigen Wintereinbruch. Und das nach dem meteorologischen Frühlingsbeginn... Schnee verwandelte die Felder und Bäume bei Sonnenschein in eine herrliche Winterlandschaft, die Straßen bei gleichzeitiger Glätte jedoch auch zu gefährlichen Rutschbahnen. Vor allem im morgendlichen Berufsverkehr ereigneten sich innerhalb weniger Stunden dutzende Unfälle, verletzt wurde nach Polizeiangaben jedoch niemand.

Die Kinder im Herzen Mecklenburgs freute die weiße Pracht - nach dem Blick aus dem Fenster war klar: Vor der Schule ist eine zünftige Schneeballschlacht angesagt, Rutschbahnen hatten Hochkonjunktur und die ganz Kleinen bestanden auf den Schlitten für den "Kindergarten-Transfer".

Doch was der Kinder Freud, ist der Großen Leid. Schneller aus den "Puschen" kommen hieß es bei allen Berufstätigen, die zum Teil noch den Straßendienst zu erledigen hatten, zumindest aber vielerorts ihre Autos von Schnee und Eis befreien mussten. Eine frostige Angelegenheit! Der Winterdienst hatte bis weit nach dem zweiten Frühstück stramm mit dem Streuen der Fahrbahnen und Gehwege zu tun. Nicht alle Autos hielt es angesichts der Witterungen auf den Straßen - sie rutschten in Straßengräben, Bundesstraßen im Osten des Landes wurden gesperrt, weil Transporter an Anhöhen wegen Straßenglätte nicht mehr weiterfahren konnten. Betroffen waren die B 96 in Höhe Usadel, die B 104 in Höhe Woggersin und die B 192 in Höhe Broda. In den Landkreisen Demmin, Mecklenburg-Strelitz und Müritz wurden in drei Stunden 20 glättebedingte Unfälle gemeldet.

Auch in Rostock und in den Landkreisen Bad Doberan und Güstrow stockte der Verkehr, weil nach Nachtfrost und Schneefällen vor allem Nebenstraßen spiegelglatt überfroren waren. Unfälle und Verkehrsbehinderungen wurden ebenso aus dem Kreis Uecker-Randow sowie von der Insel Rügen gemeldet.

Der Wintereinbruch hat am Mittwochmorgen in weiten Teilen Brandenburgs für glatte Straßen und zahlreiche Unfälle gesorgt. In Westbrandenburg wurden mehr als 90 Unfälle verzeichnet, deutlich mehr als sonst.

Nach einer Massenkarambolage musste der südliche Berliner Ring zwischen Niederlehme und Königs Wusterhausen in Richtung Westen komplett gesperrt werden. Insgesamt 10 Lkw, 22 Pkw und 3 Kleintransporter hauptsächlich aus Deutschland und Polen kollidierten dort miteinander, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Polizei registrierte einen Schwer- und vier Leichtverletzte. Der Stau reichte über das Autobahndreieck Spreeau zurück. Der Verkehr wurde in Niederlehme von der Autobahn geleitet.

Viele Fahrzeuge seien umgekippt und lägen quer über der Fahrbahn, sagte der Sprecher. Die Räumung werde mehrere Stunden dauern. Erschwert wurden die Arbeiten durch starken Schneefall. Es habe so viel geschneit wie den ganzen Winter bisher nicht, hieß es. Zur Ursache und zum Hergang des Unfalls konnten noch keine Angaben gemacht werden.

Laut Wettervorhersagen soll es jedoch ab Morgen bei einsetzendem Regen schon wieder wärmer werden. Ein kurzes Winter-Gastspiel...


Das Wetter heute morgen im Nordosten


Stand 9:30

Güstrow

Drei bis fünf Zentimenter Schnee, Schneeballschlachten vor Kindergärten und unter der weißen Pracht harschige Ablagerungen von gestern: in Raum Güstrow macht das Autofahren heute wohl weniger Spaß.

Schwerin
Ausgesprochen kühl begrüßte das Wetter heute morgen die Schweriner, Autoscheiben waren teils überfroren, die Straßen am frühen Morgen teils rutschig. Von Schnee ist in der Landeshauptstadt aber keine Spur - vom gestrigen weißen Schauer blieb nichts liegen.

Gadebusch
Hier sieht es fast aus wie in Schwerin - es ist am Morgen ausgesprochen kalt, aber sonnig. Von Schneedecke keine Spur, nur das eine oder andere Dach ist vom Frost etwas weiß.

Ludwigslust
Blauer Himmel, bestes Parkwetter - allerdings sollte man sich dafür vergleichsweise dick anziehen: vom Frost der Nacht kann man bei aktuell drei bis vier Grad noch einen lebhaften Eindruck bekommen. Der einzige "Schnee": liegengebliebeneer Graupel in einigen Dachrinnen.

Lübz
Irgendwo zwischen Schwerin und Güstrow scheint heute vormittag die Schneegrenze zu verlaufen: In Lübz kratzten Lokaljournalisten und andere Bürger Schnee von ihren Autoscheiben. Nicht viel, aber zu einer etwa ein Zentimeter dicken "Schneedecke" reichte es. Ansonsten ist bestes Spaziergangswetter bei herrlicher Sonne, man sollte beim Waldlauf aber auf noch glatte Stellen achten.

Parchim
In Pütt gibt es nur "Fitzelkram", parchimisch für wenige, großzügig verteilte Restflocken Schnee. Auch hier scheint die Sonne bei nur sehr leicht bewölktem, blauem Himmel. Wer dieLandstraßen in der Umgebung schneller als mit 80 Kilometern in der Stunde befahren möchte, riskiert eine Rutschpartie - es ist nicht wirklich glatt, aber hier und da dann doch bei nur knapp zwei Grad.

Boizenburg
Kühles, klares Sonnenscheinwetter ohne Schnee gibt es an der Elbegrenze nach Niedersachsen. Immerhin sind die Pfützen noch gefroren - das hilft den Kindern, die es auf eine letzte Schneeballschlacht abgesehen haben, aber wenig.

Bützow
In Bützow scheint die Sonne bei etwa vier Grad die letzten Schneereste gerade weg, am Morgen waren es leidlich zehn Millimeter. Glatt ist es nicht, und so steht vorgezogenen Sonntagsspaziergängen bei diesem entsprechenden Wetter nichts im Weg.

Wittenberge
Von der weißen Pracht, die gestern noch durch die Prignitzer Luft rieselte, ist leider nichts übrig geblieben. Bei zwei Grad am frühen Morgen und nun mittlerweile drei bis vier Grad scheint die Sonne: alles in allem schönes Spätwinterwetter in Nordbrandenburg.

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