Windows 7 kommt früher als erwartet

Bisher ist Windows 7 nur als Vorab-Version erhältlich - am 22. Oktober kommt das Microsoft-Betriebssystem in den Handel. (Bild: dpa)
Bisher ist Windows 7 nur als Vorab-Version erhältlich - am 22. Oktober kommt das Microsoft-Betriebssystem in den Handel. (Bild: dpa)

Microsoft zieht den Start seines neuen Betriebssystems Windows 7 erneut vor. Der Vista-Nachfolger wird weltweit bereits ab dem 22. Oktober im Handel erhältlich sein. Zuletzt sicherte Microsoft zu, dass das Betriebssystem rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft erscheint.

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03. Juni 2009, 05:52 Uhr

Redmond/Hamburg (dpa) - Microsoft hat es offensichtlich eilig: Der Vista-Nachfolger Windows 7 soll jetzt schon am 22. Oktober in die Läden kommen. Den Verkaufstart hatte Microsoft erst vor kurzem vorgezogen und bekanntgegeben, dass das Betriebssystem noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft verfügbar sein wird. Ursprünglich sollte das Betriebssystem erst Anfang 2010 erscheinen.

In Kürze erhielten Kunden, die noch vor dem 22. Oktober einen PC kaufen, eine kostenfreie Option, später auf Windows 7 aufzurüsten, kündigte Microsoft-Managerin Ricarda Ridatus an. Von Nutzern, die bereits die Vorabversion (Release Candidate) testen, habe Microsoft sehr positive Rückmeldungen erhalten. Die letzten Programmierarbeiten an dem neuen System sollen im Juli abgeschlossen werden.

Windows 7 kommt in fünf Versionen

Nach dem weitgehenden Misserfolg des Vorgängers Windows Vista, das sowohl bei Verbrauchern als auch bei Unternehmenskunden einen schweren Stand hatte, steht Microsoft unter großem Druck, einen möglichst reibungslosen Übergang zu der neuen Systemsoftware Windows 7 hinzubekommen.

Unternehmenskunden und Händler sollen bereits in der zweiten Juli- Hälfte Windows 7 in einer finalen Version (RTM, ready to manufacturing) erhalten, die sie frühzeitig in ihre Systeme integrieren können. Das neue Betriebssystem werde es in insgesamt fünf Versionen geben, darunter zwei Hauptversionen: «Consumer Home Premium» für Verbraucher und «Windows 7 Professional» für den Einsatz in Unternehmen. Eine «Starter»-Version ist speziell für den Einsatz in den kleinen, derzeit sehr populären Netbooks ausgelegt. Bislang nutzen die abgespeckten Rechner neben Linux-Betriebssystemen vorzugsweise Microsofts betagtes Windows XP, da Vista für einen reibungslosen Betrieb zu hohe Hardware-Anforderungen stellt.

«Multitouch»-Funktion eingebaut

Mit dem Anschluss von Peripheriegeräten wie Drucker oder Monitor soll es anders als beim Start von Vista keine Probleme geben. Alle von Vista unterstützten Geräte-Treiber würden auch von Windows 7 erkannt, sagte Microsoft-Mitarbeiter und Windows-Experte Daniel Melanchthon. Vista hatte Ende 2007 zum Start zahlreiche Nutzer verschreckt, da es vielfach zu Kompatibilitätsproblemen sowohl mit angeschlossenen Geräten als auch mit Arbeits-Software kam. Viele Verbraucher und Geschäftskunden hatten deshalb weiterhin auf das alte Windows XP gesetzt.

Insgesamt soll Windows 7 mit zahlreichen neuen Funktionen die Nutzer überzeugen, ohne dabei mehr Rechenleistung zu benötigen. Den Umgang mit Medien wie Bildern, Musik und Videos soll das neue Betriebssystem deutlich vereinfachen. Für den Einsatz auf Rechnern mit berührungsempfindlichem Display bietet das Betriebssystem eine «Multitouch»-Funktion, die es erlaubt, mit einem oder mehreren Fingern ein Bild zu bewegen, zu verschieben oder zu vergrößern. Dienstprogramme für Mail, Kalender und Kontakte sollen unter Windows 7 auch über das Internet von unterwegs verfügbar sein.

Mit Windows erwirtschaftete Microsoft im vergangenen Geschäftsjahr 2008 rund ein Drittel seines Gesamtumsatzes von 60 Milliarden Dollar. Das Programm des Softwaregiganten läuft schätzungsweise auf 90 Prozent aller Personal Computer weltweit.

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