Wilsnacker Epitaph wird restauriert

Begonnen hat die Restaurierung des Epitaphs links neben der Orgel.  Manfred Drössler
Begonnen hat die Restaurierung des Epitaphs links neben der Orgel. Manfred Drössler

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01. Februar 2010, 11:45 Uhr

Bad Wilsnack | Nein, hier haben nicht Langfinger zugeschlagen. Aufmerksamen Besuchern der Bad Wilsnacker Wunderblutkirche wird aufgefallen sein, dass das Epitaph links neben der Orgel unvollständig ist, Teile fehlen. "Es wird restauriert", beruhigt Richard Albrecht Küsell. Der Architekt aus Neuhausen begleitet nicht nur diese, sondern auch weitere Restaurationsarbeiten in und an der St. Nicolai-Kirche. Unter seiner Regie liefen unter anderem auch die umfangreichen Sanierung von Dach und Außenmauerwerk.

Die jetzt in Auftrag gegebene Arbeit übernimmt der Berliner Restaurator Dirk Jacob. "Teile des Epitaphs, wie Schrifttafeln, Bilder und Wappen, werden in meiner Werkstatt aufgearbeitet. Wenn die Witterung es zulässt - wir wollten eigentlich zu Ostern anfangen, doch notwendig sind mindestens 14 Grad Celsius, beginnt die Restaurierung der Tafel in der Kirche. Fertigstellung soll Ende Mai/Anfang Juni sein", erzählt Jacob.

"Das Epitaph erinnert an den preußischen Hof- und Kammergerichtsrat Friedrich August von Saldern (1694-1720) und seine Frau Elisabeth Charlotta von Saldern sowie weitere Mitglieder der Familie.

Möglich wird die Restaurierung dank einer Spendensammlung durch Friedrich Christoph von Saldern sowie Geldern der Deutschen Stiftung Denkmalschutz", ist vom Neuhausener Architekt Küsell zu erfahren.

Das Saldernsche Epitaph rechts neben der Orgel wurde bereits vor einigen Jahren von der Restauratorin Corinna Streitz aufgearbeitet. Es ist Matthias Friedrich von Salden (1650-1680) gewidmet. Das Geschlecht derer von Saldern übte von 1552 bis 1945 das kirchliche Patronat in Wilsnack aus.

Vorerst im Verborgenen bleibt noch die hinter den Epitaphen vermutete Draperiemalerei. Sollten die finanziellen Mittel bereit stehen, werde ein Restaurator beauftragt, die Fläche des Turmteils der ersten Wilsnacker Wallfahrtskirche, der in den Neubau der ab 1450 errichteten Wunderblutkirche integriert wurde, auf überputzte bzw. übermalte Bemalungen, die wie Vorhänge aussehen, zu untersuchen, erklärte Pfarrerin Ursula Rochusch.

"Wir wollen im Eingangsbereich des Westgiebels einen hellen und ansprechenden Informationsstand einrichten, der beheizbar ist und damit auch für die Frauen und Männer, die das Angebot der offenen Kirche betreuen, bessere Arbeitsbedingungen schaffen", so die Pfarrerin.

Die Kirchengemeinde habe dafür Fördermittel beantragt. Bei einem positiven Bescheid wolle man hier dann vorrangig die Eigenmittel einsetzen, so dass die restauratorische Untersuchung der Draperiemalerei erst einmal noch zurück stehen müsse.

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