Kommentar des Autors : Wilderei im Wahlkampf

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02. April 2017, 19:47 Uhr

Lange galt Familienpolitik in Wahlkämpfen allein als Mittel zum Zweck. Man stellte etwas ins Schaufenster, nur um zu zeigen, dass das Thema besetzt ist. Inzwischen ist Familienpolitik weit mehr als „Gedöns”, wie der frühere Kanzler Gerhard Schröder es einmal formulierte. Anno 2017 werden von den Parteien keine Worthülsen, sondern echte Antworten und durchgerechnete Konzepte erwartet. Geht es nach CSU-Chef Horst Seehofer, muss die Union etwas Grundlegendes für Familien auf Lager haben. Dass er dabei nicht nur an Steuervorteile denkt, sondern auch an niedrigere Sozialbeiträge für Eltern mit kleinen Einkommen, und darüber hinaus an eine schrittweise Abschaffung der Gebühren für Kita und Kindergarten, lässt aufmerken. Zählen die beiden letzten Forderungen doch bisher zum Standardrepertoire der Wahlkampfreden von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Seehofer wildert wohl auch deshalb ein wenig bei der SPD, weil er weiß, dass vielen Familien mit einem reinen Steuerentlastungsversprechen nicht geholfen ist.

Zur parteipolitischen Profilierung wird es in diesem Bundestagswahlkampf auch auf dem Feld der Familienpolitik genügend Gelegenheit geben. Da geht es gesellschaftspolitisch ans Eingemachte.

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