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13. Dezember 2017 | 17:57 Uhr

Wie sicher sind die Gerichte in MV?

vom

svz.de von
erstellt am 12.Jan.2012 | 07:28 Uhr

Auch in Mecklenburg-Vorpommern wird nun über schärfere Kontrollen diskutiert. Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) betont, dass die Gerichte nicht verriegelt werden sollen: "Die Öffentlichkeit ist Ausdruck der Rechtsstaatlichkeit." Daher gebe es keine hundertprozentige Sicherheit. In MV müssen die einzelnen Gerichte die Lage selbst erkennen und danach handeln.

Detlef Baalcke, Sprecher des Schweriner Landesgerichts, erklärt, dass der Vorsitzende Richter entscheide, wann verschärfte Kontrollen nötig sind. Als Beispiel führt er Verfahren bei rivalisierenden Banden an. In diesen Fällen gebe es Kontrollen wie am Flughafen, mit Sicherheitsschleuse und Metalldetektor.

Carl Christian Deutsch, Vizepräsident des Neubrandenburger Landgerichts, betont, dass Eingangskontrollen bisher nur bei Bedarf stattfinden. Allerdings sei geplant, "aktiv" zu kontrollieren. Besucher sollen vor Betreten des Gebäudes gefragt werden, was ihre Absicht ist. Er sieht Gefahren eher bei "Nachlassgeschichten oder in Familiensachen".

Hier sieht auch Amtsgerichtsdirektor Martin Meermann in Wismar das größte Risiko. In der Regel wüssten die Angeklagten bei Strafsachen, was sie getan hätten und was auf sie im Prozess zukomme. Bei Sorgerechtsstreitigkeiten aber sei ein Vater, der keinen Kontakt mehr zu seinen Kindern

haben dürfe, im "Kernbereich seiner Existenz" getroffen. Eine Situation, die

eine extreme psychische Belastung bedeutet. Daher haben die Angestellten im Gericht ein Deeskalationstraining absolviert, sagt Meermann.

Am Amtsgericht Grevesmühlen sieht Direktor Stefan Manthey die Gefahr ebenfalls am ehesten bei Familiensachen. Dann ordne er verstärkte Kontrollen an, teilweise mit Metalldetektoren. Manchmal rufe er auch die Polizei hinzu.

Besonders bei Prozessen mit extremistischem Hintergrund.


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