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18. November 2017 | 05:55 Uhr

Wie sicher ist der Hamburg-Marathon?

vom

svz.de von
erstellt am 16.Apr.2013 | 07:38 Uhr

Hamburg/berlin | Nach den Anschlägen von Boston soll es keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen für den am Sonntag geplanten Marathon in Hamburg geben. "Für Veranstaltungen wie diese haben wir generell ein hohes Sicherheitsniveau, daran ändert sich nichts", sagte gestern ein Sprecher der Hamburger Polizei. 400 Beamte seien im Einsatz, um die Strecke zu schützen und den Verkehr umzuleiten. Verbindungen zwischen den Anschlägen in den USA und Hamburg seien bislang nicht erkennbar. "Wir gehen von einer sicheren Veranstaltung aus", sagte der Sprecher. Die Polizei stehe aber im Kontakt mit den US-Behörden und dem Bundeskriminalamt.

"Wir haben momentan keine Veranlassung, etwas zu ändern", sagte auch Marathon-Geschäftsführer Frank Thaleiser. "Unsere rund 3000 Helfer werden wohl noch sensibler hinschauen, was am Streckenrand passiert", sagte Thaleiser. Bei einer Veranstaltung mit 42 Kilometern öffentlichem Raum könne es aber keine absolute Sicherheit geben. "Wir können nicht jedem Zuschauer in die Tasche schauen." Bislang gingen die Veranstalter von rund 750 000 Besuchern am Sonntag aus. Ob die Zahl weiter erreichbar sei, müsse abgewartet werden. Womöglich habe aber das Wetter mehr Einfluss auf den Zuschauerzuspruch als die Ereignisse in Boston, hieß es. "Die Läufer fragen uns vor allem, ob der Marathon nun gestartet wird oder nicht", erklärte der Marathon-Geschäftsführer. Viele hätten angekündigt, mit Trauerflor zu laufen. Zum Marathon haben sich rund 15 300 Läufer angemeldet - darunter auch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), der gestern bekräftigte starten zu wollen. Für den Minister gelte das Motto "Jetzt erst recht", sagte gestern seine Sprecherin.

Auch in der Bundeshauptstadt sorgt der Anschlag für Wirbel: Die Veranstalter des Berlin-Marathons wollen ihr Konzept überprüfen. "Wir müssen erörtern und die Information bekommen, was jetzt wirklich in Boston passiert ist", sagte Renndirektor Mark Milde gestern. Daraus wolle man dann in Abstimmung mit den Behörden Konsequenzen ziehen. Die Berliner Polizei steht nach Angaben eines Sprechers für weitere Informationen zu den Anschlägen in Kontakt mit dem Bundeskriminalamt. Der Polizeisprecher in Berlin bezeichnete das bisherige Konzept als "bewährt". In der Hauptstadt liegen die Sicherheitsvorkehrungen demnach generell auf einem hohen Niveau. Für Gespräche mit dem Berlin-Marathon-Veranstalter sei man allerdings offen.

Beim Berlin-Marathon sind für Notfälle nach Angaben von Renndirektor Milde mehr als 600 Rettungskräfte im Einsatz. Es gebe im Zielbereich große Medizinzelte. Wenn es zum Schlimmsten komme, sei man vorbereitet. "Allerdings kann man natürlich nicht eine komplette Strecke von 42 Kilometern absichern", sagte Milde.

Der Berlin-Marathon wird in diesem Jahr am 29. September gestartet. Der Lauf ist die größte Eintages-Sportveranstaltung in Deutschland.


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