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Aida-Schlossfestspiele MV : „Wie nach Hause kommen“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Maida Hundeling begann ihre Karriere vor 17 Jahren bei den Schlossfestspielen im Opernchor und kehrt jetzt als Aida zurück

Es ist fast wie im Film, doch solche Geschichten schreibt nur das Leben: Als vor 17 Jahren die Schlossfestspiele mit Verdis Oper „Aida“ erstmals auf den Alten Garten zogen, kam Maida Hundeling nach Schwerin und trat eine Stelle im Opernchor des Mecklenburgischen Staatstheaters an. Jetzt kehrt sie an ihre einstige Wirkungsstätte zurück – jedoch als Solistin. Die international gefeierte Sopranistin singt diesmal die Titelpartie der Aida.

„Es ist ein Stück weit wie nach Hause kommen“, erzählt die als Tochter deutscher Eltern im tunesischen Bizerta geborene Maida Hundeling. „Alle haben mich gleich wiedererkannt: die früheren Kollegen vom Chor natürlich, aber auch viele andere Mitarbeiter, und das, obwohl ich nur zwei Jahre in Schwerin war.“ Doch ihre gute Laune und ihr Lachen waren wohl schon damals so ansteckend und wohltuend, dass sie so vielen Schwerinern in guter Erinnerung geblieben ist.

Ans Schweriner Theater kam sie 1999 als Schwangerschaftsvertretung. „Ich wollte eigentlich eine Solokarriere starten, doch an einem Staatstheater mit einem Engagement im Opernchor zu beginnen, klang auch nicht schlecht“, erzählt die freiberuflich tätige Sopranistin. Gern erinnert sie sich an ihre ersten Schlossfestspiele in Schwerin 1999: Opernintendant Werner Saladin habe während der Proben und Aufführungen von „Aida“ ein sehr strenges Zeitmanagement geführt. „Es war aber ein schönes Arbeiten mit ihm, weil er – ähnlich wie jetzt Georg Rootering – den Künstlern Interpretationsräume gelassen hat.“

Nach den zwei Jahren in Schwerin folgte ein Engagement am Thüringer Landestheater Eisenach. Seit 2003 arbeitet Maida Hundeling freiberuflich und ist u.a. ständiger Gast der Staatsoper Prag. Zu ihren Paraderollen gehört die Aida in Verdis gleichnamiger Oper. Diese Partie sang sie 2005 erstmals in der TUI-Arena in Hannover vor 10 000 Besuchern, im selben Jahr dann noch an der Prager Staatsoper und bei einem Gastspiel des Nationaltheaters Prag in Japan. „Als ich von meiner Agentur hörte, dass in Schwerin für die Schlossfestspiele diese Rolle ausgeschrieben wurde, habe ich gleich zugesagt“, erzählt sie lachend. „Ich mag Verdi und Wagner ganz besonders.“

Und dann gibt es noch ein anderes kleines Geheimnis, das sie mit Schwerin verbindet: „Hier habe ich meinen Mann kennen-gelernt“, verrät sie. Auch das war 1999 bei „Aida“. „Hier schließt sich ein Kreis“, sagt Maida Hundeling lächelnd. „Er sang damals den Radamès und hat mich sehr beeindruckt.“ Aus der anfänglich kollegialen Bekanntschaft wurde mehr, vor acht Jahren heirateten Maida Hundeling und Jan Vacik. „Wir werden dieses Jahr bei den Schlossfestspielen allerdings nicht wieder gemeinsam in Schwerin auf der Bühne stehen, mein Mann hat anderweitige Verpflichtungen. Doch wir singen durchaus zusammen, aktuell gerade bei „Fidelio“ in Bratislava.“ Natürlich ist ihr Mann ihr liebster Kritiker, „doch der wichtigste ist für jeden Sänger das Publikum. Dessen Applaus ist der größte Lohn für viel Arbeit.“

 

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