Wie man Handy-Kosten auf Reisen senkt

«Hier ist es ganz toll!» - damit der Urlaubsgruß nicht teuer wird, sollte man sich vorher über die Handy-Tarife informieren. (Bild: dpa/tmn)
«Hier ist es ganz toll!» - damit der Urlaubsgruß nicht teuer wird, sollte man sich vorher über die Handy-Tarife informieren. (Bild: dpa/tmn)

Der Griff zum Handy muss im Ausland nicht zwangsläufig zur Kostenfalle werden. Wer sich vor der Abreise informiert, kann Geld für Telefonate und das Internet-Surfen sparen. Einige Tipps zur Handy-Nutzung im Ausland.

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30. Januar 2009, 10:37 Uhr

Düsseldorf/Berlin (dpa/tmn/sh:z) - Manche Menschen sind auch im Urlaub auf ihr Handy angewiesen, sei es aus beruflichen oder privaten Gründen. Beim Telefonieren im Ausland verursachen vor allem die Roaming-Gebühren hohe Kosten. Allerdings hat die Roaming-Verordnung der Europäischen Union ein gewisses Maß an Klarheit geschaffen. Abgehende Gespräche in EU-Ländern dürfen zur Zeit maximal 55 Cent je Minute kosten. Die Annahme eines Telefonats darf nicht teurer als 26 Cent sein.

Dass mit der Einführung des sogenannten Eurotarifs auch die Kosten für die Internet-Nutzung mit dem Handy reguliert worden sind, ist ein Trugschluss, warnt die Zeitschrift «ct». Wer die Preise für Datenverbindungen vorher nicht prüft, zahle mitunter «schmerzhaftes Lehrgeld». Bis zu 60 Euro könne der Download eines einzigen Megabytes (MB) Daten kosten. Kunden von Prepaid-Anbietern sind relativ gut vor solchen Überraschungen gefeit, solange sie keine automatische Guthabenaufladung nutzen.

Automatische Netzwahl ausstellen

Vor Reiseantritt empfiehlt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf in jedem Fall, beim eigenen Anbieter die Tarife der Netzbetreiber des Ziellandes zu erfragen. Dann sollte die automatische Netzwahl im Handy deaktiviert und der vor Ort preisgünstigste Anbieter ausgewählt und fest eingestellt werden. «In einigen Ländern kann man sogar über die Hälfte der Kosten sparen, wenn man sich in das günstigste ausländische Netz einbucht», haben die Verbraucherschützer ermittelt. Das gelte insbesondere bei Gesprächen, die aus Nicht-EU-Staaten geführt werden.

Vertragskunden können bei Reisen mitunter durch Auslandsoptionen sparen. «Oft lohnen sie sich aber nur bei längeren oder häufigeren Telefonaten, da mitunter Grundgebühren oder zusätzlich zum Minutenpreis einmalige Verbindungsentgelte anfallen», heißt es beim Berliner Telekommunikationsportal «teltarif.de» in Berlin. Statt eines kurzen Gesprächs sei im Ausland in vielen Fällen der Versand einer einfachen SMS mit maximal 160 Zeichen günstiger.

Bei Datenverbindungen auf Blockgrößen achten

Wer im Zielland viel telefonieren muss oder regelmäßig dorthin reist, kann sich vor Ort eine Prepaid-SIM-Karte mit eigener Landesnummer kaufen, rät die «ct». Das spart die Kosten für eingehende Gespräche. Vor dem Kauf gilt es aber, die Minutentarife zu vergleichen und einen möglichen Guthabenverfall zu berücksichtigen.

Ob Datenverbindungen im Ausland möglich sind und was sie kosten, muss beim Mobilfunkanbieter erfragt werden. Nicht unerheblich sind die Blockgrößen, in denen abgerechnet wird. Ob das 10 Kilobyte (KB) oder 100 KB sind, macht auf der Rechnung einen großen Unterschied. Spezielle Datenoptionen sind indes oft nur für Vertragskunden buchbar. Sowohl Vodafone als auch T-Online bieten zum Beispiel mit «Websessions International» beziehungsweise «webnwalk Roaming DayPass» 50 Megabyte (MB) Datentransfervolumen für 15 Euro am Tag.

Grundsätzlich fallen aber die Preise für Mobilfunk-Datenverbindungen im Ausland, hat der Branchenverband BITKOM anhand von Zahlen des europäischen Regulierungsgremiums ERG ermittelt. Allein im Sommer 2007 seien die Preise im Vergleich zum Vorjahreszeitraum europaweit um zehn Prozent gesunken. Im Durchschnitt kostete das sogenannte Daten-Roaming im dritten Quartal des vergangenen Jahres 5,24 Euro pro MB.

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