Einchecken, übernachten, abhauen : Wie Gäste Vermieter übers Ohr hauen

svz.de von
19. August 2016, 20:00 Uhr

Die Gäste ließen es sich im Hotel in Heringsdorf fünf Tage lang gut gehen - zum Nachteil des Gastgebers. „Sie haben umfänglich die Annehmlichkeiten des Hauses genutzt“, sagt Polizeisprecher Axel Falkenberg. Stolze 3000 Euro standen für den Ostsee-Urlaub auf der Rechnung. Doch der Hotelier sah davon keinen Cent. Die Gäste hatten sich einfach aus dem Staub gemacht. Das Hotel war von sogenannten Einmietbetrügern übers Ohr gehauen worden. „Aber auch Vermieter von Urlaubsappartements werden immer wieder Opfer dieser Masche, weiß der Polizeisprecher. Doch der übernachten-ohne-zu-zahlen-Nepp ist nur eine von vielen Varianten der Urlaubsgauner.

Das Online-Portal für Ferienhäuser FeWo-direkt warnt die Anbieter und Vermieter von Urlaubsappartements mit einer kleinen Broschüre gleich vor einer ganzen Reihe von Gaunereien mit Feriendomizilen. Längst nicht jeder Interessent will wirklich Urlaub machen. Einige haben es nur auf das Geld der Vermieter abgesehen.

Beliebt ist laut FeWo-direkt immer noch die älteste Betrugsform für dieses Metier zu sein: Die Buchungsanfragenmasche. Dabei stellt sich ein potenzieller Gast vor und zahlt per Scheck eine Summe ein, die größer als der Gesamtpreis ist. Der Vermieter wird anschließend gebeten, den Restbetrag elektronisch an den Interessenten zu überweisen. Wer dieser Bitte folgt, hat meist verloren. Die Schecks waren nicht gedeckt.

Der Schwindel fliegt meistens erst auf, wenn der Vermieter das Geld bereits überweisen hat. Die Täter nutzen die Verzögerungen bei der Verarbeitung und Überprüfung von Schecks aus.

Übers Ohr gehauen werden können Vermieter aber auch mit scheinbar harmlosen Anrufen. Manche Betrüger geben sich als Gäste aus und verlangen einen Rückruf, um Details der Buchung zu klären. Und dann kann es für den Vermieter sehr teuer werden: Hinter der Rückruf-Adresse verbirgt sich eine kostenpflichtige Telefonnummer. Die Telefonfalle sei aber eine eher seltene Betrugsform, heißt es in der Broschüre. Bei ungewöhnlichen Vorwahlen sollten Vermieter aber misstrauisch werden.

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