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Sound City : Wie die Stadt des „Es war einmal…“ zur SoundCity wurde

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wer das Wochenende in Wittenberge erlebt hat, sah das Gegenteil aller dunklen Zukunftsszenarien

von
erstellt am 21.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Viel ist über den Niedergang der Elbestadt nach der Wende geschrieben worden: Wittenberge war einmal eine bedeutende Industriestadt, hier gab es einmal eines der weltgrößten Nähmaschinenwerke, es gab einmal sieben weiterführende Schulen und mehr als 30  000 Einwohner. All das ist Geschichte und kommt nicht wieder, so die Prognose.

Wer das Wochenende in Wittenberge erlebt hat, sah das Gegenteil aller dunklen Zukunftsszenarien. Er sah eine aufgeblühte Stadt, eine kleine Kulturmetropole, die den Vergleich mit Großstädten nicht zu scheuen braucht. 1500 überwiegend junge Musiker und Künstler, die auf sechs Bühnen und sechs Kunstinseln ihr Können zeigten, die Musik, Malerei und Gestaltung zelebrierten, begeisterten mehrere tausend Besucher vom frühen Morgen bis in die Nachtstunden.

Wittenberge hat sich – so die einhellige Meinung bei Besuchern und Teilnehmern – als hervorragender Gastgeber gezeigt. Die gute Organisation und das Flair an der Uferpromenade dürfte vielen in bester Erinnerung bleiben.

Und genau an diesem Punkt muss die Stadtverwaltung künftig ansetzen. Sie muss Wittenberge und das Ambiente von Promenade, Speichern und Hafen als Location vermarkten, wie das beispielsweise Gräfenhainichen mit Ferropolis seit Jahren erfolgreich praktiziert. Besucher kommen wegen interessanter Künstler, interessante Künstler kommen wegen interessanter Locations – und nicht zuletzt wegen der Fähigkeit einer Stadt, die Logistik zu organisieren. Das Wittenberge Letzteres kann, hat das Wochenende gezeigt. Es gilt nun, mit dem guten Ruf bei Konzertveranstaltern Klinken zu putzen, damit die Stadt künftig nicht mehr nur als Heimat der Elblandfestspiele wahrgenommen wird.

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