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Hintergrund : Wie das „dunkle Netz“ funktioniert

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Der Amokschütze aus München hat seine Waffe offenbar über das Dark-net besorgt. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) will es  im Internet stärker ins Visier nehmen. Das Netz nehme immer mehr Fahrt auf in Fragen der Radikalisierung, sagte Caffier gestern. Doch was versteht man eigentlich unter der „dunklen Seite“ des Internets? Die wichtigsten Fragen und Antworten von Ira Schaible:

Was ist das Darknet?

Das Darknet (dunkles Netz) ist ein verborgener Teil im auf offenen Austausch angelegten World Wide Web und nach Einschätzung von Fachleuten in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Wie in einer Art Paralleluniversum werden abgeschirmte Verbindungen hergestellt. Es ist über herkömmliche Suchmaschinen nicht zu finden, notwendig ist eine Verschlüsselungssoftware und häufig auch eine Einladung, um den Zugang zu erhalten. Die Webseiten sind z.B. Foren sowie Verkaufs-Plattformen für Drogen, Waffen und andere verbotene Waren.

Wer nutzt das Darknet?

Im Darknet können sich Internetnutzer fast ganz anonym bewegen. Das ist für Menschen interessant, die großen Wert auf Privatsphäre legen oder die in einem repressiven politischen System leben und ihre Meinung äußern wollen. Kriminelle nutzen die Anonymität für ihre Geschäfte aus.

Welche Rolle spielen Drogen im Darknet?

Schwerpunkt der illegalen Geschäfte im Darknet ist nach Einschätzung von Ermittlern Rauschgift. Vor allem synthetische Drogen wie Ampheta-mine werden gehandelt, aber auch Heroin, Kokain, Cannabis und Ecstasy. Auf nur einer Verkaufs-Plattform gibt es dafür mehr als 10000 Angebote.

Welche Rolle spielt der Waffenhandel?

Waffen werden im Darknet  deutlich seltener angeboten als Drogen, sind aber angesichts der Sicherheitslage Schwerpunkt der Ermittlungen. Etwa 20 bis 30 Menschen wurden im vergangenen Jahr  wegen Waffendelikten im Darknet identifiziert.

Welche anderen Waren werden im Darknet noch gehandelt?

Die Ermittler nennen Kinderpornografie, Falschgeld, gefälschte Pässe und Plagiate als Beispiele. Die Geschäfte leben von anonymer Kommunikation, anonymen Zahlungen und Tricks bei der Lieferung.

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erstellt am 25.Jul.2016 | 19:27 Uhr

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