Wettmafia linkt Europas Fußballwelt

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20. November 2009, 10:37 Uhr

Bochum | Das hat es in der Fußballwelt noch nicht gegeben: Europas Fußball wird vom größten Betrugsskandal seiner Geschichte erschüttert. Der Manipulationsverdacht reicht den Ermittlern zufolge bis in die Champions League und Europa League. In Deutschland sind 32 Spiele der 2. und 3. Liga sowie der Regional- und Oberliga betroffen. Acht weitere Länder sind ebenfalls im Visier - größtenteils sollen Erstligaspielen betroffen sein.

Knapp fünf Jahre nach den Wett-Betrügereien um Schiedsrichter Robert Hoyzer verfolgen Staatsanwaltschaft und Polizei ein Korruptionsgeschehen ungeahnten Ausmaßes. Aus dem Ruhrgebiet soll eine Wettmafia die Manipulationen gesteuert haben. Bisher ermittelter Schaden: Mindestens zehn Millionen Euro. Diese Summe sollen die Betrüger über die manipulierten Spiele kassiert haben. Gegen Geldzahlungen sollen Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Offizielle Spielergebnisse abgesprochen haben.

Rund 200 Spiele stehen unter Manipulationsverdacht, es gebe "bisher über 200 Tatverdächtige", teilten die Staatsanwaltschaft Bochum und die Polizei gestern mit. Sie sprachen von der Spitze eines Eisbergs. Nach einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sind auch Profis aus Norddeutschland verwickelt. Ein 34-jähriger Mann aus Lohne soll mit Hilfe zweier Spieler des VfL Osnabrück zwei Spiele aus der vergangenen Zweitliga-Saison manipuliert haben.

Festgenommen wurden bislang 17 Verdächtige, davon 15 in Deutschland und zwei in der Schweiz, darunter auch die Drahtzieher.

Berichten zufolge soll es sich bei den Beschuldigten u. a. um die wegen Wettbetrugs vorbestraften Brüder Milan und Ante S. aus Berlin handeln, die bereits 2005 in den Fußball-Wettskandal um den Schiedsrichter Robert Hoyzer involviert waren.

Der Ligaverband und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erklärten derweil, sie würden alles in ihrer Macht Stehende tun, um zu einer lückenlosen Aufklärung der aktuellen Manipulationsverdächtigungen im Fußball beizutragen.

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