zur Navigation springen

Westfälischer Bau in Mecklenburg - St. Marien in Plau am See

vom

svz.de von
erstellt am 01.Feb.2013 | 08:54 Uhr

Mit der Unterwerfung der slawischen Stämme im heutigen Mecklenburg durch Heinrich den Löwen im Jahr 1160 zogen vermehrt Vögte in die Gebiete ein. Vor allem Siedler aus den lauenburgischen und westfälischen Regionen zogen 1218 nach Mecklenburg, so auch in den Ort Plawe. Diesen Ort bauten die Westfalen zu einer Stadt mit zahlreichen Privilegien aus. Um 1225 errichteten sie dann eine Kirche - die Marienkirche, eine Hallenkirche westfälischen Typs, im Mischstil von Romanik und Gotik erbaut. Gegen 1235 wurde das Gotteshaus fertiggestellt. Der erste namentlich erwähnte Geistliche für Plau hieß Hermann.

Das Gotteshaus ist eine dreischiffige, dreijochige Hallenkirche mit Rechteckchor, quadratischem Westturm und Sakristei. Ihr Baustil ist geprägt vom Übergang der Romanik zur Gotik.

Um 1250/1260 wurde das Mittelschiff der Kirche errichtet mit einem gotischen Kreuzrippengewölbe, das von vier romanischen Bündelpfeilern mit Trapezkapitellen getragen wird. Um 1300 wurden diese wohl eingefügt. Aus der selben Zeit stammt der Turm, der 1696 durch einen verheerenden Stadtbrand zerstört wurde. Der Turm misst etwa 42 Meter. Das Turmgeschoss besteht aus Feldsteinen. Erst nach dem Brand von 1696 erhielt der Turm sein heutiges Aussehen. Wer die 120 Stufen nach oben erklimmt, bekommt in zirka 30 Metern Höhe einen wunderbaren Blick über die Dächer der Stadt und den Plauer See.

Der Altarraum wurde in den Jahren 1877/79 erneuert, das war die letzte Sanierung bis 1996. Im Altarraum befindet sich ein Bild vom Plauer Maler Friedrich Lange. Es zeigt die Kreuzigung Jesu. Gestiftet wurde es 1863 von der Plauerin Sophie Micheel. Ebenfalls noch erhalten ist die Tauffünte aus dem Jahr 1570. Es ist ein bronzenes Taufbecken mit einem Relief, dem mecklenburgischen Wappen und einer niederdeutschen Inschrift. Evert Wichtendal goss es 1570 in der Geschützgießerei der Plauer Burg.

Bis heute ist die St. Marienkirche in Plau am See ein viel besuchter Ort. Nicht nur die Einwohner selbst finden sich immer wieder zu Gottesdiensten ein, sondern auch Touristen und andere Gäste besuchen das Gotteshaus. Beliebt sind vor allem auch die Veranstaltungen während des Plauer Musiksommers.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen