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21. Oktober 2017 | 10:46 Uhr

Wer war Harry Weltzin?

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erstellt am 01.Sep.2013 | 06:35 Uhr

Wismar/Kneese | Der 4. September 1983 war ein Sonntag. Um 4.36 Uhr fanden Grenztruppen der Nationalen Volksarmee einen leblosen, langhaarigen jungen Mann vor dem Streckmetallzaun, der die innerdeutsche Grenze im heutigen Biosphären-Reservat markierte. Der aufgefundene Mann war Harry Weltzin.

Weltzin wurde am 7. Februar 1955 in Wismar geboren. Sein Vater war Kaufmann. Er besuchte von 1961 bis 1971 die Polytechnische Oberschule "Gerhart Hauptmann" in Wismar. Er erlernte den Beruf des Elektromonteurs und erwarb während der Ausbildung das Abitur. 1974 verpflichtete er sich zu einem dreijährigen Wehrdienst, den er als Angehöriger eines Mot.-Schützen-Regiments bei den Grenztruppen an der Berliner Mauer ableistete. 1981 schloss er das Studium, Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Starkstrom, als Diplom-Ingenieur ab.

Seit 1975 war Harry Weltzin Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Während seines Studiums schrieb er zahlreiche Petitionen, in denen er Ungerechtigkeiten in der DDR kritisierte. Daraufhin wurde Weltzin aus der Partei ausgeschlossen. Von 1981 bis Anfang 1983 arbeitete er als Diplom-Ingenieur für Projektierung auf Wismarer Werft. Er verlor seine Arbeitsstelle nach einer Auseinandersetzung mit einem "leitenden Genossen" und entschloss sich zur Flucht in die Bundesrepublik. Bei dieser starb er.

Als er versuchte, sich unter einer Grenzsignalanlage durchzugraben, berührte er ein in der Erde platziertes Signalelement der Selbstschussanlagen. Damit löste er zwei nächstgelegene Selbstschussanlagen aus. Seine Leiche wurde auf dem Wismarer Westfriedhof bestattet.

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