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17. Dezember 2017 | 09:19 Uhr

Wer nicht hören kann, muss fühlen

vom

svz.de von
erstellt am 12.Jan.2012 | 07:32 Uhr

Endlich wird es konkret: Bauern sollen nur noch dann Investitionsförderung für neue Schweine- und Hühnerställe erhalten, wenn sie Haltungssysteme installieren, die den Medikamenteneinsatz in den Ställen deutlich reduzieren - ohne mehr Tiergesundheit im Hühnerstall, keine Finanzhilfe vom Steuerzahler. Angesichts der immer wiederkehrenden Lebensmittelskandale um zu viel Antibiotika im Hühnerfleisch, um EHEC-kontaminierte Lebensmittel oder Dioxin-Eier eine überfällige Entscheidung - wer nicht hören kann, muss fühlen. Mit dem von Landwirtschaftsminister Till Backhaus verhängten Förderstopp reift auch bei dem bislang vor allem auf die quantitative Ausweitung der Tierhaltung ausgerichteten Agrarminister die Einsicht, dass ein Weiter so einem besseren Verbraucherschutz nicht gerecht wird. Nun sind vor allem die Bauern gefordert. Allein immer nur zu beteuern, es sei ihr ureigenstes Interesse, so wenig wie möglich und am besten gar keine Medikamente einzusetzen, reicht nicht. Angesichts der hohen Kosten versteht sich das von selbst. Wenn im kurzen Leben eines Masthähnchen von etwas mehr als 30 Tagen zweimal Antibiotika eingesetzt wird, mag das den Bestimmungen entsprechen, gesund ist es aber nicht. Die Verbitterung der Bauern über den Förderstopp ist nachvollziehbar. Bislang üben sie sich aber mehr in der Kritik am neuen Förderkurs, als dass sie eigene Vorschläge vorlegen. Es ist höchste Zeit, dass sie jetzt auf den Tisch kommen und die Bauern den Klagen über den Geldentzug mehr Verbraucherschutz folgen lassen.

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