Wer nicht hören kann, muss fühlen

von
12. Januar 2012, 07:32 Uhr

Endlich wird es konkret: Bauern sollen nur noch dann Investitionsförderung für neue Schweine- und Hühnerställe erhalten, wenn sie Haltungssysteme installieren, die den Medikamenteneinsatz in den Ställen deutlich reduzieren - ohne mehr Tiergesundheit im Hühnerstall, keine Finanzhilfe vom Steuerzahler. Angesichts der immer wiederkehrenden Lebensmittelskandale um zu viel Antibiotika im Hühnerfleisch, um EHEC-kontaminierte Lebensmittel oder Dioxin-Eier eine überfällige Entscheidung - wer nicht hören kann, muss fühlen. Mit dem von Landwirtschaftsminister Till Backhaus verhängten Förderstopp reift auch bei dem bislang vor allem auf die quantitative Ausweitung der Tierhaltung ausgerichteten Agrarminister die Einsicht, dass ein Weiter so einem besseren Verbraucherschutz nicht gerecht wird. Nun sind vor allem die Bauern gefordert. Allein immer nur zu beteuern, es sei ihr ureigenstes Interesse, so wenig wie möglich und am besten gar keine Medikamente einzusetzen, reicht nicht. Angesichts der hohen Kosten versteht sich das von selbst. Wenn im kurzen Leben eines Masthähnchen von etwas mehr als 30 Tagen zweimal Antibiotika eingesetzt wird, mag das den Bestimmungen entsprechen, gesund ist es aber nicht. Die Verbitterung der Bauern über den Förderstopp ist nachvollziehbar. Bislang üben sie sich aber mehr in der Kritik am neuen Förderkurs, als dass sie eigene Vorschläge vorlegen. Es ist höchste Zeit, dass sie jetzt auf den Tisch kommen und die Bauern den Klagen über den Geldentzug mehr Verbraucherschutz folgen lassen.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 75.000 Schüler und Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen