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Weniger Arbeitslose: Agenturen streichen jede zehnte Stelle

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erstellt am 12.Dez.2011 | 07:35 Uhr

Schwerin | Stellenabbau im Jobcenter: In den vier Arbeitsagenturen Schwerin, Rostock, Neubrandenburg und Stralsund wird bis 2015 etwa 350 Stellen gestrichen - jeder zehnte der 3500 Jobs. Die Struktur der Arbeitsverwaltung müssten "sehr deutlich angepasst" werden, kündigte Jürgen Goecke, Chef der Landesagentur für Arbeit an. Weniger Arbeitslose, weniger Verwaltung: Die Arbeitsverwaltung reagiert damit auf die kontinuierlich sinkenden Arbeitslosenzahlen in MV. Seit 2005 war die Zahl der Frauen und Männer ohne Job von 158 000 auf derzeit 98 700 gesunken. "Die Agenturen haben in den letzten Jahren jeden zweiten Kunden verloren", begründete Goecke. Darauf müsse die Verwaltung reagieren. Der Stellenabbau werde sozialverträglich erfolgen. Eine Reihe von Mitarbeiter stünden ohnehin vor dem Ruhestand. Ihre Stellen würden nicht wieder besetzt.

Die Arbeitsagenturen stellen sich bundesweit neu auf. Mit dem Rückgang der Arbeitslosigkeit stünden die Agenturen vor neuen Aufgaben. Künftig werde es immer weniger darum gehen, nur allein die Arbeitslosigkeit abzubauen. Die Agenturen würden angesichts des bevorstehenden Fachkräftemangels weit mehr damit zu tun haben, "die letzten Personalreserven zu erschließen", meinte Goecke. "Unser Geschäft wird es sein, Arbeitslose, die bislang fern vom Markt sind, wieder in Arbeit zu bringen." Ende November war fast jeder dritte der insgesamt 98 700 Frauen und Männer ohne Job in MV langzeitarbeitslos - 18,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. 2012 solle in Schwerin dazu ein entsprechendes Modellprojekt starten und an sechs Standorten so genannte Intergrationsberater eingesetzt werden, sagte Schwerins Agenturchef Dirk Heyden gestern. Die Agentur wolle sich dabei noch intensiver um jene Arbeitslosen kümmern, die bisher noch nicht von der positiven Arbeitsmarktentwicklung profitieren konnten und die Betreuung deutlich intensivieren. So sollen sich die Vermittler künftig nur noch um halb so viele Arbeitslose kümmern müssen.

undesweit sollen 10 000 Stellen gestrichen und Strukturen gestrafft werden. Nach der Kreisgebietsreform werde derzeit erwogen, in MV in Greifswald eine fünfte Arbeitsagentur zu eröffnen, sagte Goecke. Eine Entscheidung solle im ersten Halbjahr 2012 fallen.

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