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Wenige fremdgenutzte Kirchen in Mecklenburg und Vorpommern

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erstellt am 14.Aug.2013 | 10:29 Uhr

Die Evangelischen Kirchen Mecklenburgs und Pommerns halten trotz finanzieller Nöte an ihren Gotteshäusern fest und verzichten auf den Verkauf von Kirchengebäuden. Im Vergleich zu anderen Bundesländern gibt es im Nordosten wenige fremdgenutzte Kirchen. Verkauft wurde die Kirche in Rollenhagen (Mecklenburg-Strelitz).
Die Ruine der Neubrandenburger Marienkirche war schon 1975 von der Stadt übernommen worden. Nach der Mitte der 1990-er Jahre begonnenen Restaurierung wird die gotische Backsteinkirche seit 2001 für Konzerte vor allem der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und der Neubrandenburger Philharmonie genutzt. Die Glocken im Turm gehören aber der Kirchgemeinde. Sie läuten zu den Gottesdiensten in der benachbarten Johanniskirche.
In der 200-Seelen-Gemeinde Federow am Eingang zum Müritz-Nationalpark steht seit Sommer 2005 Deutschlands erste Hörspielkirche. Jährlich wird die Kirche von 10 000 Gästen besucht. Die bereits im 13. Jahrhundert gegründete Feldsteinkirche stand lange Zeit ungenutzt, bis eine außergewöhnliche Idee sie vor dem drohenden Verfall rettete und in eine Hörspielkirche verwandelte. Bis zum Sommer 2006 konnte mit EU-Fördergeldern die dringende Sanierung der Feldsteinkirche abgeschlossen werden.
Seither können von Juni bis September Besucher auf den schlichten Holzbänken Platz nehmen und zuhören: Die Hörspielkirche ist noch bis zum 8. September täglich ab 11 Uhr geöffnet. Um 15 Uhr kann man dort einem Kinderhörspiel lauschen, jeweils um 16.30 Uhr und um 18.30 Uhr einem Hörspiel für Erwachsene. Nächster Höhepunkt ist am Freitag um 19 Uhr eine Lesung mit dem früheren Ministerpräsidenten Dr. Berndt Seite.
Doppelnutzungen durch Kommune und Kirche gibt es in der Nikolaikirche in Rostock und in Rechlin (Müritzkreis). Die wiederaufgebaute Georgenkirche in Wismar gehört der Stadt und soll als Kulturkirche und Gotteshaus dienen.
In Vorpommern ist die Nikolaikirche Anklam nicht mehr in kirchlichem Besitz. Sie wurde für 99 Jahre an die Stadt verpachtet, die Kirche hat kein Bestimmungsrecht mehr. Dort soll zusammen mit dem Lilienthal-Museum das „Ikareum“ entstehen, ein Museum für den aus Anklam stammenden Flugpionier Otto Lilienthal (1848-1896).
St. Jacobi in Stralsund ist noch ein Sakralgebäude, Träger ist aber die Stiftung Kulturkirche. Den Turm nutzt die Stadt für Theater und Ausstellungen.

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