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23. Oktober 2017 | 11:57 Uhr

Hintergrund : Weltkulturerbe: Und was kommt dann?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Altstädte von Stralsund und Wismar: Seit 13 Jahren im Programm der Unesco

svz.de von
erstellt am 21.Okt.2015 | 18:00 Uhr

168 Hektar. Eine Fläche von 235 Fußballfeldern, die Stralsund und Wismar veränderten. Seit dem 27. Juni 2002 sind die historischen Stadtkerne der beiden Hansestädte Unesco-Weltkulturerbe; stehen in einer Reihe mit den Pyramiden von Giseh und der Chinesischen Mauer. Die Altstädte mit ihren mittelalterlichen Grundrissen und Bauten als kulturelles Erbe der wendischen Hanse-Zeit. Welchen Effekt aber hat die Auszeichnung? „Für Stralsund ist es schwer zu beziffern“, sagt Andre Kretzschmar, Leiter der Tourismuszentrale der Hansestadt. „Die Verleihung ist ein Qualitätssiegel. Nur braucht es ein gutes Grundprodukt – und das hat in Stralsund nicht viel mit Welterbe zu tun.“

Seit 1991 ist sie Teil des Programms zur Städtebauförderung der Bundesrepublik. 300 Millionen Euro wurden von Stadt, Land und Bund bislang investiert, um die Stralsunder Altstadt zu erneuern; der geschätzte Gesamtaufwand beläuft sich auf 1,12 Milliarden Euro. Wegen der Restaurierung habe sich die Infrastruktur Stralsunds immer weiter verbessert, erzählt Steffi Behrendt, Welterbe-Mangerin der Stadt. 511 der 601 im Areal des Welterbes befindlichen Gebäude wurden bereits saniert, „dadurch wurde die Altstadt attraktiver“, sagt sie. So sei die Zahl der Übernachtungen seit 2002 von 247 397 auf mittlerweile 460 800 pro Jahr gestiegen; doch nicht ad hoc durch den Titel des Welterbes.

In Wismar zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch die Stadt in Mecklenburg wurde nach der Wiedervereinigung städtebaulich gefördert – und stetig attraktiver. Aber: Das Weltkulturerbe sei bei vielen in Deutschland relativ unbekannt, sagt Ute Berlin, Mitarbeiterin der Tourismuszentrale Wismar. „Es geht nur darum, immer wieder Neues auf die Beine zu stellen, um mehr Touristen anzulocken.“ So eröffnete 2014 in Wismar das Welt-Erbe-Haus. Ein Besucherzentrum, in dem über das Programm der Unesco informiert wird; nach Stralsund und Regensburg erst das dritte seiner Art in Deutschland. Die Besucher sind begeistert: Alleine im Juli strömten 9 000 Besucher in die Ausstellung – doppelt so viele als im Vergleich zum Vorjahresmonat.


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