Weihnachtsflaute: Handel hofft auf die kommenden Tage

Die Wintermode bleibt oft hängen / Händler setzen auf den Schlussverkauf

svz.de von
27. Dezember 2013, 16:48 Uhr

Nachdem das Weihnachtsgeschäft in Berlin und Brandenburg nicht alle Erwartungen erfüllt hat, hofft der Handel auf die kommenden Tage. „Das Nachweihnachtsgeschäft ist in Berlin super angelaufen“, sagte Günter Päts, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburgs. Davon profitierten auch die Geschäfte im „Speckgürtel“. In entfernteren Regionen sah es nicht so gut aus.

In vielen Geschäften in der Hauptstadtregion herrschte gestern dichtes Gedränge wie vor Weihnachten, Parkplätze waren rar. Viele nutzten den Brückentag, um Gutscheine oder Geldgeschenke einzusetzen, meinte Päts. Der Handelsverband Deutschland (HDE) schätzt den Gesamtwert der Gutscheine inzwischen auf zwei Milliarden Euro. Diese Geld ist zwar bereits in der Kasse, doch die Erfahrung der Branche zeigt: Jeder, der sich mit Gutschein oder geschenktem Geld auf den Weg macht, ist als Kunde schon mal da und stößt im Laden auch auf andere Produkte.

Die Bilanz des diesjährigen Weihnachtsgeschäfts fällt regional sehr unterschiedlich aus: Im „Speckgürtel“ hätten brandenburgische Händler Umsätze erreicht, die mit denen vom Vorjahr vergleichbar seien, berichtete Päts. Anders sehe es jenseits der Einkaufszentren aus: In Regionen wie der Uckermark, Prignitz oder Lausitz seien Umsatzhoffnungen der Händler enttäuscht worden. Vor allen setze ihnen der wachsende Onlinehandel zu. Nach Schätzungen wurde inzwischen gut jeder zehnte Euro online ausgegeben.

Aber auch in der Hauptstadt sei das Bild differenziert, so der Verbands-Vize. „Im Durchschnitt wurde ein Umsatzplus von ein bis zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt“, sagte Päts. Doch vor allem kleinere Läden waren nicht ganz so zufrieden.

Der HDE will Ende Januar eine Bilanz für das Weihnachtsgeschäft und das Gesamtjahr 2013 ziehen. Bislang rechnet er damit, dass ein kleines Plus herauskommt und die Prognose in etwa getroffen wird: Das wären 80,6 Milliarden Euro Umsatz im November und Dezember – 1,2 Prozent mehr als 2012.

Angesichts der milden Temperaturen setzen die Händler den Rotstift in dieser Saison besonders früh an. „Der Wettbewerbsdruck ist hoch“, sagte Päts. Normalerweise beginne die Schnäppchenjagd Ende Januar. Obwohl der Schlussverkauf seit Juli 2004 nicht mehr gesetzlich geregelt ist, halten viele Händler daran fest.

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