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24. August 2017 | 05:15 Uhr

Kommentar des Autors : Weichen gestellt

vom

Kurz vor Toresschluss noch ein Renten-Paket! Einmal mehr mobilisiert die Große Koalition bei der Alterssicherung Milliarden-Beträge, macht Zusagen, die in den nächsten Jahren zu einer erheblichen Belastung für Rentenkasse und Bundeshaushalt werden. Gut investiert ist das Geld vor allem bei der Erwerbsminderungsrente. Fast jeder fünfte Neu-Rentner geht wegen gesundheitlicher Probleme in den Ruhestand. Krank zu werden und seinen Beruf nicht mehr ausüben zu können, ist heutzutage der Grund Nr. 1 für Altersarmut. Allerdings wird die Wirkung des Gesetzes begrenzt bleiben. Kranke, die nicht mehr oder nicht mehr voll arbeiten können, können sich über mehr Geld freuen – aber eben nicht alle, sondern nur diejenigen, die nach Januar 2018 erstmals Erwerbsminderungsrente beziehen. So sinnvoll es ist, hier für Verbesserungen zu sorgen, so ambivalent sind die Folgen des Gesetzes zur Renteneinheit. Die großen Gewinner der Reform sind diejenigen im Osten, die bereits jetzt im Ruhestand sind. Ihre Bezüge steigen in den nächsten Jahren stärker. Jüngere im Osten sind die klaren Verlierer der Reform. Sie müssen auf die bisherige Höherwertung der Löhne in den neuen Ländern künftig verzichten – wenn auch mit einer gewissen Übergangszeit. Dennoch ist klar: An der künstlichen Aufwertung der Ost-Einkommen festzuhalten, wäre fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung auch ein Anachronismus gewesen und würde in den alten Bundesländern zu Recht als Benachteiligung empfunden. Gibt es doch auch dort durchaus Regionen, in denen die Löhne kaum höher sind als in Ostdeutschland. Deshalb ist es jetzt höchste Zeit, die Weichen für ein einheitliches Rentenrecht in Deutschland zu stellen.

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erstellt am 28.Apr.2017 | 19:10 Uhr

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