Wegen Kritik im Fall Lea-Sophie: Sozialdezernent kündigt Rückzug an

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21. Januar 2008, 08:10 Uhr

Schwerin - Schwerins Oberbürgermeister Norbert Claussen (CDU) konnte nicht mehr anders: Mit dem im Fall der verhungerten Lea-Sophie massiv unter Druck stehenden Dezernenten Hermann Junghans (CDU) habe er vereinbart, dass dieser seine Dienstgeschäfte „ab sofort ruhen lässt“, teilte der OB am Montag mit - nachdem er wochenlang zu der immer schärferen Kritik am behördlichen Verhalten geschwiegen hatte und die Verwaltung am Wochenende erstmals selbst „eklatante Fehleinschätzungen“ und unzureichende Reaktionen des Jugendamtes auf Hilferufe seitens Familienangehöriger der Fünfjährigen einräumen musste.

Zuvor hatte Junghans, dem bereits das Jugendamt entzogen worden war, montags selbst in einem Brief an seine Fraktion vorsorglich Verständnis dafür geäußert, wenn diese seiner Abberufung in der Stadtvertretung zustimmen würde. Er wolle so „Handlungsfähigkeit für alle Beteiligten“ wieder herstellen. Ob die Unionsvertreter tatsächlich für eine Abberufung votieren werden, blieb am Montagabend noch unklar. Während alle anderen Fraktionen bereits signalisiert haben, einen entsprechenden Antrag zu unterstützen, diskutierte die CDU in den Abendstunden noch darüber.

OB Claussen vermied auch am Montag jede Kritik an Junghans. Ausschlaggebend sei vielmehr das zerstörte Vertrauen insbesondere von SPD und Linken in Junghans. Beide Parteien stellen ebenfalls Dezernenten.

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