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23. November 2017 | 08:49 Uhr

Was nichts kostet, taugt auch nichts

vom

svz.de von
erstellt am 18.Feb.2013 | 08:20 Uhr

Es ist nur ein paar Wochen her, da wurden mit der Schulspeisung Viren ausgeteilt. Man mag es kaum glauben: Erdbeeren aus China waren schuld. Und jetzt: Pferd in der Lasagne! So eine Schweinerei, obwohl Rind draufsteht. Da können wir ja froh sein, dass die Lasagne nicht aus China kommt. Wer weiß, was dann noch so alles drin wäre. Der Verbraucher schreit Skandal.

Und Ilse Aigner, die Verbraucherschutzministerin des Bundes, versucht ihrer Amtsbezeichnung einmal gerecht zu werden und schon ist ein Aktionsplan geboren, der die artfremden Tiere aus den Nudeln vertreiben soll. Und die Verbraucherschutzminister der Länder fordern lückenlose Aufklärung und eine Bestrafung der Rosstäuscher. Und alle zusammen verfallen sie in das immer gleiche Ritual. Sie produzieren wilden Aktionismus.

Und der Verbraucher? Der lehnt sich zufrieden zurück, denn jetzt wird ja alles gut.

Aber so leicht und gerne auch der Politik das schwarze Schaf zugetrieben wird, sie trifft keine Schuld. Schuld hat der Verbraucher selbst. Also alle, die in den Supermarkt gehen und sich freuen, dass alles so schön billig ist. Das kann doch mal jeder für sich nachrechnen. Wie bitte soll man aus anständigen Zutaten unter anständigen Bedingungen für 1,99 Euro eine Lasagne herstellen, einpacken und in den Supermarkt transportieren? Und damit sollen dann vom Bauern über den Schlachter und den Spediteur bis hin zur Verkäuferin alle auch noch Geld verdienen? Das geht doch nur, wenn in großen Fabriken in die Packung kommt , was wir gar nicht wissen wollen.

Leider ist zu befürchten, dass nur ein kurzer Sturm durch die Regale fegt. Dann steht bestenfalls ein bisschen mehr Kleingedrucktes auf der Fertigpackung und alles ist wieder gut. Aber nichts wird gut, solange nicht konsequent umgedacht wird. Schon Großvater wusste: Was nichts kostet, taugt auch nichts!

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