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24. Oktober 2017 | 09:46 Uhr

Kommentar : Was die Theaterfusion bringt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hoffen auf Ende der Insolvenzdebatten am Staatstheater Schwerin: Künstler wollen sich wieder um ihr Fach kümmern

von
erstellt am 21.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Was lange währt, wird gut? Nein, diese Vorschusslorbeeren an Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) und die Theaterträger in Schwerin und Parchim sollten noch nicht verteilt werden. Die Fusion zwischen dem Staatstheater in Schwerin und dem Landestheater in Parchim als Jugendspielstätte lief weder reibungslos, noch gilt sie mit der heutigen Vertragsunterzeichnung bei allen Beteiligten als alternativlos. Sie ist eine Lösung aus permanenter Finanznot heraus. Auch andere Lösungen wären denkbar gewesen. Zum Beispiel hätten die Träger und das Land ihre Theatermittel nicht seit 1995 auf den gleichen Stand einfrieren, sondern angemessen erhöhen können, was demnächst sowieso geschehen wird. Weitere, sicherlich schlechtere Lösungen wäre die Konzentration des Spartenangebots gewesen, also Spartenschließungen. Aber nun ist es, wie es ist. Ob sich die Politik damit tatsächlich schmücken kann, werden die nächsten Spielzeiten zeigen.

Für die Theaterleute kann man nur hoffen, dass sie nun endlich wieder für die Kunst die Muße und Zeit haben, die sie bislang in Debatten und Aktionen für das Überleben ihres Hauses stecken mussten. Sie waren die einzigen, die in den letzten 20 Jahren immer wieder auf Ressourcen und Personal verzichteten. Sie haben 20 Jahre geblutet. Wenn das jetzt ein Ende hat, dann hätte Mathias Brodkorb tatsächlich etwas vollbracht, das seine Vorgänger nicht aufweisen können. Ihm gilt zumindest das Lob, es angegangen zu sein.

Schon 1999 gab es die ersten Gutachten für eine Reform der Theaterlandschaft. In der letzten Wahlperiode schaffte Kultusminister Henry Tesch (CDU) das Modell der Kulturkooperationsräume, das aber niemals umgesetzt wurde, sondern nur zum Schönrechnen der Besucherzahlen führte. Dann kamen Brodkorb und seine Münchner Berater von Metrum – ein hitziges Kapitel. Ergebnis: die Reform für eines der vier Mehrspartentheater im Land. Drei Häuser, das Volkstheater in Rostock, Neustrelitz/Neubrandenburg und Stralsund/Greifswald, sind entweder noch lange nicht soweit bzw. längst ausgestiegen. Ob das die bessere Alternative ist, ist zu bezweifeln, denn am Volkstheater stehen Spartenschließungen an. Egal was an den anderen Häusern passiert, der Punkt ist, dass man am Ende mit dem vorhandenen Geld auskommen muss. Das hat die Fusion Schwerin/Parchim zumindest gebracht. Bis auf weiteres.

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