Was die Regierung gegen Altersarmut tun will

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16. Mai 2012, 12:19 Uhr

Berlin | Ihrem Fahrplan zur Bekämpfung der Altersarmut hinkt die schwarz-gelbe Regierung hinterher. Lange wurde um Änderungen gerungen. Jetzt sind die Umrisse des geschnürten Pakets erkennbar. Hier ein Überblick von Günther Voss, dpa.

Warum ist ein Konzept gegen Altersarmut notwendig?

Noch ist Armut unter den mehr als 20 Millionen Rentnern die große Ausnahme. Etwa zwei Prozent von ihnen sind auf die staatliche Unterstützung angewiesen. Experten gehen davon aus, dass Langzeitarbeitslosigkeit, gebrochene Erwerbsbiografien und die Zunahme schlecht bezahlter Jobs zu einer steigenden Zahl armer Rentner führt.

Was soll getan werden?

Geplant ist ein Paket aus verschiedenen Bestandteilen. Zentrales Element ist die Zuschussrente. Sie soll Niedrigrenten von Beschäftigten, die jahrzehntelang wenig verdient haben, bis maximal 850 Euro aufstockten. Dazu sollen die Renten-Ansprüche der Betroffenen verdoppelt werden - Obergrenze dafür ist eine Monatsrente von 850 Euro.

Was hat sich gegenüber dem ursprünglichen Plan geändert?

Nach den ersten Überlegungen sollten alle Niedrigrenten pauschal auf 850 Euro aufgestockt werden. Davon ist nun nicht mehr die Rede. Wer als langjähriger Niedrigverdiener einen selbst erarbeiteten Rentenanspruch von 350 Euro hat, bekommt diesen also nun auf 700 Euro verdoppelt. Wer 500 Euro Rente hat, bekommt keine Verdoppelung, sondern innerhalb des 850-Euro-Rahmens dann 350 Euro dazu.

Was ist mit der Riester-Rente?

Entgegen der ersten Planung soll kein Cent Riester- oder Betriebsrente mit der Zuschussrente verrechnet werden, sondern ungeschmälert obendrauf kommen.

Was sind Voraussetzungen für die Zuschussrente?

Dafür muss man nach einer Übergangszeit mindestens 45 Jahre gesetzlich rentenversichert sein. Anspruch soll auch haben, wer 35 Jahre mit Pflichtbeiträgen aus Beschäftigung oder Zeiten der Kindererziehung oder Pflege vorweisen kann.

Was bringt die neue Kombirente?

Einen höheren Hinzuverdienst für Frührentner. Bislang dürfen diese 400 Euro ohne Abzüge hinzuverdienen. Wer mehr verdient, bekommt die Rente gekürzt. Das Modell sieht vor, dass bei Beschäftigten, die 63 Jahre alt sind und 35 Versicherungsjahre vorweisen können, der Hinzuverdienst plus Kombirente so hoch sein darf wie das höchste Einkommen der letzten 15 Jahre.

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