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Wildunfälle : Warum knisternde Tüten jungen Rehen helfen könnten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Schon einfache Maßnahmen könnten die Zahl der Unfälle mit Wildtieren senken.

Autofahrer in Brandenburg müssen wieder vermehrt auf Unfälle mit Wildtieren gefasst sein. „Im Frühjahr nabeln sich einjährige Rehböcke von den Müttern ab“, sagte der Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, Georg Baumann.

Die „Halbstarken“ suchten eigene Reviere. „Doch sie sind unerfahren und auch leichtsinnig“, sagte Baumann. Straßen und Wege würden blitzschnell überquert. Bislang seien die Rehe meist in der Familie mit den Müttern unterwegs gewesen, die sich mit ihren Jungen instinktiv vorsichtig im Gelände bewegten. Zudem kommen sich nach Angaben von Baumann Mensch und Tier auch durch die Zeitumstellung ins Gehege. „Die Autofahrer sind wegen der Sommerzeit am Morgen eine Stunde früher auf der Straße“, sagte er.

Dann seien Rehe besonders aktiv. Auch junge Wildschweine, meist gerade von der Bache getrennt, hätten nun allein für sich zu sorgen. „Bei der Futtersuche vergessen sie dann schnell die Umwelt“, sagte Baumann.

Die Tiere überlebten die Zusammenstöße mit Autos in den meisten Fällen nicht. Autofahrer hätten zum Teil erhebliche Sachschäden an ihren Fahrzeugen zu beklagen. Gefährlich für die Tiere ist auch der Herbst – dann sind sie auf Brautschau und haben für die Umgebung und den für sie meist tödlichen Straßenverkehr keinen Sinn mehr.

Der Landesjagdverband sorgt sich angesichts der bevorstehenden Frühjahrsmahd auf den Feldern auch um die gerade geborenen Rehkitze, die dort verharrten. Einfache Maßnahmen würden schon helfen, Tierleben zu retten. „Knisternde Tüten oder Flatterblätter könnten die Jungtiere aus den Gefahrengebieten vertreiben“, sagte Baumann.

Viel würde auch erreicht, wenn die Landwirte von innen nach außen mähten. Dann werde das Wild nicht eingekesselt. Auch Feldhasen und Fasane hatten Gelegenheit, vor den Mähmaschinen zu flüchten.

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Wildtieren ist 2013 nach Angaben des Innenministeriums im Vergleich zu 2012 um 2,3 Prozent auf 15 742 zurückgegangen. Menschen kamen nicht ums Leben. Die Zahl der Verletzten sank von 188 auf 154.

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