Warum ist die Sporthalle so teuer?

Die komplexe Sanierung der Sporthalle „Richard Schwenk“ bei laufendem Betrieb stellt alle Beteiligten vor eine besondere Herausforderung. Zeitverzug und Mehrkosten sorgen bei diesem Bauvorhaben für Aufklärungsbedarf. Einstimmig beauftragten die Stadtvertreter einen zeitweiligen Ausschuss mit der Untersuchung und Klärung bestehender Ungereimtheiten.

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29. Januar 2008, 07:33 Uhr

Boizenburg - Ist es nur eine Verkettung unglücklicher Umstände oder baut hier jemand ziemlichen Bockmist? Diese Fragen schwebten am Montagabend im Rathaus, wo sich fünf Stadtvertreter erstmals als Mitglieder eines zeitweiligen Ausschusses trafen, um sich zu konstituieren. Das Gremium, so stellte sich schnell heraus, wird unter Leitung von Rainer Wilmer (BfB) arbeiten. Holger P. Reimer (CDU) ist sein erster und Horst Bergmann (Linke) sein zweiter Stellvertreter. Heinz Gohsmann (SPD) und Rainer Knaak (CDU) komplettieren den zeitweiligen Ausschuss, der nach einheitlichem Beschluss in der Stadtvertretung gebildet wurde, um die Ursachen für die Mehrkosten, die bei der Sanierung der Sporthalle „Richard Schwenk“ auftreten, zu untersuchen und zu klären.

Unbestritten ist, darin herrschte auf der konstituierenden Sitzung Einigkeit, dass es bei einem Bauvorhaben etwas teurer werden kann, wie zu Beginn geplant. Besonders, wenn es sich um so eine Größenordnung, wie bei der komplexen Sanierung des Objektes auf der Siedlung handelt. Jedoch hätte es die Stadt hier diesbezüglich mit einem ständigen Problem zu tun. Dabei handele es sich nicht um kleinere Beträge, sondern um stattliche Summen, wie Horst Bergmann nur eines der Beispiele aufführte, die im Rechnungsprüfungsausschuss fast schon fassungsloses Erstaunen hervorgerufen hätten. So stand bei der Vergabe eines Auftrages 30 000 Euro auf der Rechnung, am Ende seien 84 000 abgerechnet worden...

Leider kein Einzelfall. Derartige Unterschiede tauchten nicht nur beim ersten und zweiten Bauabschnitt auf, sondern würden sich auch jetzt beim dritten und vierten Abschnitt fortsetzen. Für die Stadtvertreter steht fest, dass sie nicht mehr im Nachhinein die Mehrausgaben im Prinzip nur noch abnicken dürfen.
Für Heinz Gohsmann ist klar: Hätten alle Beteiligten nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, hätte es im Regelfall das Leistungsverzeichnis, die Ausschreibung, die geprüften Angebote, die Vergabe und eine Rechnung gegeben, die mit der Vergabe übereinstimmt. Der Ausschuss muss nun aufbröseln, wer, wann und vor allem warum diese Kette durchbrochen hat.

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