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Warum Hennen und Adler keine Freunde mehr sein können

vom

svz.de von
erstellt am 14.Feb.2012 | 05:02 Uhr

Nairobi | 26 Grad in Kathukini: Mr. Ngila Musee, ein guter Freund unserer Familie und wichtiger Kopf der Kommune, ist endlich wieder zurück. Momentan sieht er allerdings abgespannt aus. Das ist ja auch kein Wunder nach dem Stress der letzten Wochen. Da ist zum einen das Kontrollieren der KCSE-Examen (Kenya Certificate of Secondary Education), das landesweit nur einer ausgewählten Zahl von Lehrern vorbehalten ist und daher etwa zwei Monate dauert. Da ist zum anderen das kenianische Bildungsministerium, das die neueste Edition des englischen Schulbuches für Klasse 10 drucken lassen will und ungeduldig auf Mr. Musees Beitrag wartet. Da ist außerdem seine neue Stelle als Direktor der Grundschule in Kathukini.

Ich glaube, Mr. Musee selber sieht das alles gelassen. "Warum soll ich mich beschweren, wenn ich doch so viel Spaß habe an dem, was ich tue? Mit Kindern arbeiten ist Inspiration. Wusstest du zum Beispiel, dass Hühner und Adler einst gute Freunde waren? Bis eines Tages eine Henne einen Adler um eine Rasierklinge bat. Sie sagte, sie wolle eines ihrer Küken scheren und die Klinge dann zurück geben. Doch leider ist sie ihr vorher abhanden gekommen. Das ist auch der Grund dafür, warum so viele Hühner heute am Boden scharren. Sie versuchen verzweifelt, die eine Klinge zu finden. Wann immer ein Adler in der Nähe ist, müssen sich die Hühner verstecken, schließlich können sie nicht zurückgeben, was sie sich ursprünglich geliehen hatten. Mal ehrlich: Welcher Erwachsene hätte eine bessere Erklärung für diese Geflügelfeindschaft parat gehabt?"

Übrigens: Mr. Musee ist ein Geschichtenerzähler.

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