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24. November 2017 | 04:59 Uhr

Warten auf das Geld vom Finanzamt

vom

svz.de von
erstellt am 01.Mär.2012 | 08:44 Uhr

Viele Bürger rechnen jährlich fest damit, dass eine rechtzeitig in den ersten beiden Monaten abgegebene Steuererklärung und eine schnelle Bearbeitung einen frühzeitigen Steuerbescheid im Briefkasten garantiert. Bares Geld auf dem Konto. Über 860 Euro erhalten Arbeitnehmer im Schnitt zurück. In diesem Jahr vorerst nicht. Vor Ende März gibt es keinen Cent – positiv gehofft.

Die Finanzverwaltung ist bundesweit völlig überlastet. In einigen Finanzämtern laufen bereits die Telefone heiß vor lauter Anfragen. Es gebe massive EDV-Probleme, berichtet der Steuerzahlerbund. Die Hardware für die elektronische Steuerkarte sei oft nicht kompatibel. Der Hauptgrund für die verzögerte Bearbeitung von Steuererklärungen ist jedoch vom Gesetzgeber handgemacht. Bis zum 28. Februar haben Arbeitgeber, Versicherungen, Krankenkassen und andere Stellen neuerdings Zeit, um benötigte Steuerdaten elektronisch an die Finanzbehörden zu schicken. Hinzu kommt, dass die Datenflut immer größer wird. Und solange nicht alles da ist, bleibt die Bearbeitung liegen.

Aber kann man den Bürgern vermitteln, dass es bei der elektronischen Übersendung von Daten hakt? Ausgerechnet die Elektronik, die alles schneller machen soll? Der Start der elektronischen Lohnsteuerkarte musste wegen technischer Probleme bereits zweimal verschoben werden, diesmal auf 2013. Aber weil die Papierlohnsteuerkarte formell bereits seit 2011 abgeschafft ist und die Finanzämter sämtliche Anfragen der verunsicherten Steuerzahler schultern müssen, ist es zu einer großen Bugwelle an Arbeit gekommen. Es gibt Warnungen, dass die Umstellung ewig dauern werde.

Wer sich dieses Jahr mit seiner Steuererklärung also besonders beeilt hat, der hat einfach Pech. Bis März bearbeiten die Finanzbeamten jetzt noch die alten Steuererklärungen aus 2010, die momentan noch eintrudeln. Ab März sind dann die neuen für das Jahr 2011 dran. Am 31. Mai als letztem Termin fürs Abgeben der Steuererklärung wird allerdings nicht gerüttelt, Arbeitsbelastung hin oder her.
Vom Steuerbürger wird Gesetzestreue erwartet.

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