Warnstreiks in Kliniken in Wolgast und Rostock

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14. Februar 2008, 07:38 Uhr

Rostock/Wolgast - In den kommunalen Krankenhäusern in Wolgast und Rostock sind am Donnerstag rund 150 Mitarbeiter für eine Erhöhung ihrer Gehälter in einen Warnstreik getreten. In Wolgast hatten sich nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di rund 100 der 370 Beschäftigten vor dem Kreiskrankenhaus zusammengefunden. Alle, die es möglich machen konnten, hätten an der Aktion teilgenommen, sagte ver.di-Fachbereichssekretär Bernd Gembus. Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft ver.di in der laufenden Tarifauseinandersetzung den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. „Wir fordern von dem Arbeitgeber ein Angebot, das diesen Namen auch verdient“, sagte Gembus. Im dritten kommunalen Krankenhaus des Landes, in Demmin, wurde nicht gestreikt.

Im Südstadt-Klinikum Rostock, das 900 Menschen beschäftigt, legten nur rund 50 Mitarbeiter für die Gewerkschaftsforderung von plus 8 Prozent kurzfristig die Arbeit nieder. „Viele Mitarbeiter waren verunsichert durch ein Schreiben der Klinikleitung“, sagte Detlev Follak von ver.di. Darin habe es geheißen, dass die ausgefallene Arbeitszeit nicht bezahlt werde beziehungsweise nachgearbeitet werden müsse. Die geringe Zahl von Streikenden sei auch dadurch zu erklären, dass ganze Bereiche wie die Notaufnahme nicht zur Teilnahme am Streik aufgefordert wurden, um die Patientenversorgung nicht zu gefährden.

Die Verwaltungschefin der Südstadt-Klinik, Renate Fieber, bestätigte das „moderat gehaltene“ Schreiben und wies zurück, dass damit Mitarbeiter verunsichert werden sollten. Sie hätte sich aber gewünscht, dass ver.di den Warnstreik zuvor bekanntgegeben hätte. „Es geht um ein Krankenhaus und um Patientenversorgung, da muss man solche Aktionen abstimmen“, sagte Fieber. Das Wohl der Patienten sei am Donnerstag zu keiner Zeit gefährdet gewesen. Allerdings hätten sich Patienten mit nahen Einweisungsterminen gemeldet und gefragt, ob es bei der Planung bleibe.

In bisher drei Verhandlungsrunden gab es zwischen Gewerkschaften und öffentlichen Arbeitgebern bislang keine Annäherung. ver.di und die dbb Tarifunion verlangen für die 1,3 Millionen Tarifangestellten des Bundes und der Kommunen 8 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro. Die Arbeitgeber boten für zwei Jahre und verteilt auf drei Schritte 5 Prozent bei gleichzeitiger Verlängerung der Arbeitszeit an. Ein Prozentpunkt soll zudem in den Ausbau der Leistungsbezahlung gehen. Die Gewerkschaften wiesen das Angebot als Lohnsenkungsprogramm zurück. Am 25. Februar kommen die Tarifpartner wieder zu Verhandlungen zusammen.

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