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War „Kleiner Adolf“ bei 6 Morden in Tatortnähe?

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erstellt am 17.Nov.2011 | 08:03 Uhr

Das Bundesamt für Verfassungsschutz räumte gestern Mängel bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus ein. Immer stärker rückt die Rolle der Verbindungs-Leute des Verfassungsschutzes ins Visier: Wie konnten die Täter über Jahre hinweg eine Serie von Morden und Banküberfällen begehen, ein gewaltiges Waffenarsenal anlegen, ohne dass sie ins Netz der Ermittler gingen? Politiker fordern parteiübergreifend Klarheit über die Vorgänge und Pannen.
Wie sehr stecken die Geheimdienste womöglich selbst mit im braunen Sumpf? Die Nazi-Mörder der Terrorzelle waren dem Verfassungsschutz bekannt. Der Geheimdienst-Mann Andreas T. (Szenename „Kleiner Adolf“) steht sogar in Verdacht, bei sechs Morden in der Nähe des Tatortes gewesen zu sein. Allein in den Reihen der NPD sollen zur Zeit bis zu 100 V-Leute des Verfassungsschutzes tätig sein, hieß es gestern aus Regierungskreisen.

Das sind deutlich mehr als noch 2003. Damals war ein Verbotsantrag gegen die NPD wegen des Einsatzes der V-Leute beim Bundesverfassungsgericht gescheitert. Im Falle eines erneuten Verbotsantrages müssten die V-Leute abgezogen werden.
Täglich neue Details und erschreckende Erkenntnisse: So soll ein 2006 suspendierter hessischer Verfassungsschützer jahrelang einen V-Mann beim rechtsextremen Thüringer Heimatschutz geführt haben. Aus dieser Organisation sei die für die 10 Morde verantwortliche Zwickauer Terrorzelle hervorgegangen, hieß es gestern in Berliner Sicherheitskreisen. Der Ermittler hatte sich im April 2006 in einem Kasseler Internetcafé aufgehalten, unmittelbar bevor dort die tödlichen Schüsse auf den türkischstämmigen Geschäftsführer gefallen waren.

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