Kommentar : Wandel mit Weitsicht

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17. März 2015, 20:25 Uhr

Betablocker gegen Stress, Anti-Depressiva gegen Job-Frust – wenn verschreibungspflichtige Medikamente zweckentfremdet und zum Hirndoping genutzt werden, um im Beruf besser bestehen zu können, ist das ein Alarmzeichen. Die jetzt vorgestellte Krankenkasse-Studie liefert sicherlich interessante Befunde zu den Gefahren, aber noch lange kein komplettes Bild. Es wäre daher verfehlt, in Aktionismus zu verfallen. Räumen doch selbst die Autoren der Untersuchung ein, dass Hirndoping für den Job bisher alles andere als ein Massenphänomen ist.

Natürlich hat sich die Arbeitswelt grundlegend verändert: Die Anforderungen werden immer komplexer, das Tempo höher. Es ist aber auch möglich, den Wandel konstruktiv zu gestalten. Auch die Arbeitgeber sollten in Zeiten eines drohenden Fachkräftemangels ein Interesse an guten Arbeitsbedingungen für ihre Beschäftigten haben. Wer nicht dauernd am Limit arbeitet, wird sich nicht so schnell überfordert fühlen. Ungesunder Stress lässt sich durch kluge Führung und Weitsicht in der Planung vermeiden. Pillen zu schlucken, kann auf Dauer keine Lösung sein. Arbeit darf nicht krank machen.

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