Vorwürfe gegen Landgestüt Redefin - CDU fordert Aufklärung

Das Gestüt Redefin zieht mit Hengstparaden und anderen Attraktionen jährlich zehntausende Besucher an. Foto: Archiv
Das Gestüt Redefin zieht mit Hengstparaden und anderen Attraktionen jährlich zehntausende Besucher an. Foto: Archiv

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15. Februar 2008, 03:13 Uhr

Schwerin - Im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten auf dem Landgestüt Redefin (Landkreis Ludwigslust) hat die CDU-Landtagsfraktion eine schnelle Aufklärung gefordert. Die Fraktion habe sich bereits in der vergangenen Woche mit den Vorwürfen befasst. Das von Till Backhaus (SPD) geleitete Agrarministerium habe dabei eine Prüfung zugesagt, auf deren Ergebnisse man noch warte, erklärte die agrarpolitische Fraktionssprecherin, Beate Schlupp, am Freitag in Schwerin.

Nach Informationen von NDR 1 Radio MV sollen leitende Mitarbeiter des Pferdezuchtbetriebs in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Unter anderem sollen sie Benzin für Privatfahrzeuge und Futter für private Pferde über Konten des Gestüts abgerechnet haben. Zudem sollen sie Transporter des Gestüts privat genutzt und eigene Pferde Auszubildenden zum Einreiten gegeben haben.

Ein Sprecher des Agrarministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, seit vergangenem Oktober seien mehrere anonyme Schreiben eingegangen. Daraufhin habe das Ministerium eine Stichprobenkontrolle vorgenommen. Dabei hätten sich keine Anhaltspunkte für eine Bestätigung der Vorwürfe ergeben. „Wir stehen voll hinter unseren Mitarbeitern, solange wir keine Erkenntnisse über ein Fehlverhalten haben“, betonte der Sprecher. Jetzt will das Ministerium einen Prüfbericht des Landesrechnungshofes abwarten, der im Frühjahr vorliegen soll. Dabei gehe es um eine „routinemäßige Prüfung“. Ein Sprecher des Rechnungshofes wollte sich zu den Vorwürfen gegen das Landgestüt nicht äußern. „Wir sind mitten in der Prüfung“, sagte er.

„Angesichts der massiven Anschuldigungen ist eine schnelle und ehrliche Aufklärung ohne Ansehen der Person erforderlich“, betonte Schlupp. Es gehe um Steuergelder. „Wir müssen deshalb genau hinsehen, was mit dem Geld passiert.“ Der Pferdezuchtbetrieb bei Ludwigslust erhält nach Angaben des Agrarministeriums in diesem Jahr 1,4 Millionen Euro aus Landesmitteln für die laufenden Kosten und 513 000 Euro für Investitionen.

Das Landgestüt Redefin ist Zentrum der Pferdezucht Mecklenburg- Vorpommerns. Der Hengstbestand umfasst rund 70 Tiere, die auf neun Deckstationen im Land zum Einsatz kommen. Das 1812 durch Herzog Friedrich Franz I. gegründete Landgestüt lockt zudem jedes Jahr zehntausende Besucher mit Hengstparaden und Picknick-Pferde- Sinfoniekonzerten an.

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