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16. Dezember 2017 | 23:37 Uhr

Zweiter Weltkrieg : Von Güstrow aus ins Verderben

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Zweiter Weltkrieg: Artilleristen der Mecklenburgischen Division vom ersten Tag an vorderster Front.

svz.de von
erstellt am 19.Sep.2014 | 07:45 Uhr

Als Deutschland unter Hitlers Führung vor 75 Jahren mit dem Überfall auf Polen den  Zweiten Weltkrieg begann,  standen vom ersten Tag an Truppenteile aus Güstrow an vorderster Front. Die Güstrower Kampftruppen der Infanterie und der Artillerie gehörten zur 12. Mecklenburgischen Division mit Stab in Schwerin und unterstanden dem II. Armeekorps  (AK Stettin). Dazu gehörte eine Sanitätsstaffel, die auch in Güstrow stationiert war und deren Stab sich in Schwerin befand.

Diese 12. Division war schon am 12. Juli 1939 mobil gemacht worden, also schon fast zwei Monate vor Ausbruch des Krieges. Am 27. Juli wurde die Division per Schiff nach Pillau (Ostpreußen) gebracht, um aus Tarnungsgründen an der Tannenbergschlachtfeier teilzunehmen. Bei Kriegsbeginn  am 1. September  bildete die 12. Division im II. AK den linken Angriffsflügel, durchstieß unter unerwartet großen Verlusten die polnischen Stellungen und erreichte nach sechs Tagen den den Fluss Narew bei Warschau.

Wechsel zwischen Ost- und Westfront
Ende Oktober 1939, der Polenfeldzug war beendet, wurde die 12. Division  an den Rhein verlegt‚ um dann ab Mai 1940 am Westfeldzug eingesetzt zu werden. Nach dem Durchbruch durch die Maginotlinie und der Niederlage Frankreichs blieb sie als Besatzung längere Zeit dort.

Im Mai 1941 erfolgte die Rückverlegung nach Ostpreußen in das Aufmarschgebiet für den Krieg gegen die Sowjetunion. Jetzt gehörte die 12. Division wieder zum II. Armeekorps  in der  Heeresgruppe Nord. Schon bald kam es im Kessel von Demjansk (südlich von Nowgorod) zu ersten schweren Abwehrkämpfen mit hohen Verlusten, auch viele Güstrower Infanteristen und Artilleristen starben. Nach der Einnahme der Waldaihöhen stand die Heeresgruppe Nord mit der 12. Division am weitesten östlich von allen Divisionen. In einer ständigen Kampfphase mit einem erneuten Kessel bei Demjansk wurde das II. AK stark geschwächt. Dadurch  bedingt, kam es zu Neuaufteilungen der Heeresgruppe Nord. In weiteren Abwehrkämpfen verloren auf den russischen Schlachtfeldern  sehr viele Güstrower Soldaten ihr Leben. Die Todesanzeigen in den Zeitungen mehrten sich: „Gefallen‚ den Heldentod gestorben für Volk, Vaterland und den Führer“.

Bis zum Sommer 1944 gab es nur noch verlustreiche Abwehrkämpfe, und nach einer weiteren Gegenoffensive der Sowjets wurde die Division bei Witebsk vollständig zerschlagen. Nur Reste konnten sich am 28. Juni nach Grodno zurück kämpfen, die 12. Mecklenburgische Division  existierte praktisch nicht mehr. Im August 1944 befahl das Oberkommando  der Wehrmacht eine Neuaufstellung, nunmehr als Volksgrenadierdivision, die dann an der Westfront eingesetzt wurde. Noch bis April 1945 kämpfte sie, wurde dabei aber restlos aufgerieben.

Die Gefallenenberichte der Mecklenburgischen Tageszeitung damals weist die Gefallenen Güstrower damals aus. Hier nur ein Auszug von fünf Monaten 1944:  Juni  25 gefallene Güstrower, Juli  37, August  39, September 56, Oktober 42 gefallene Güstrower. Das setzte sich bis zum Kriegsende so fort, es sind Zahlen, die offiziell in der Presse veröffentlicht wurden. Nicht zu recherchieren ist die Dunkelziffer unzähliger Vermisster, Gefangener, Schwerverwundeter, Verschollener… Kaum eine Güstrower Familie, die nicht betroffen war.

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