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23. September 2017 | 20:17 Uhr

Von Felgenkillern bis zu Stolperfallen

vom

svz.de von
erstellt am 04.Mär.2011 | 11:47 Uhr

Das Ostseebad eignet sich von seiner Größe her gesehen sehr gut zum Fahrradfahren. Daher haben die NNN vor der Saison mit Martin Elshoff, dem Vorsitzenden des Regionalverbandes Rostock vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), Warnemünde aus Sicht der Radfahrer unter die Lupe genommen. Dabei wurden gute und schlechte Beispiele gefunden.

„Die Bahn hat auf ihrem Gelände etliche Fahrradständer aufgestellt“, sagt Elshoff. Städtische Abstellanlagen gibt es in dem Bereich nicht. Der Radprofi zeigt den Unterschied: Radler stellen ihre Räder eher an Anlagen ab, wo es im Umfeld mehr Betrieb gibt. Die Ständer vor dem Bahnhof sind besetzter als die hinter dem Haus, wo sie weniger ins Auge fallen. Kurz vor dem Fischmarkt am Alten Strom finden sich gleich zwei „Felgenkiller“. So nennen Experten die kleinen Radständer, die in den Augen von Profis eher Spielkram oder etwas für kurzfristige Gelegenheiten sind. „Wenn das Rad umfällt, sind die Felgen oft hinüber und damit sprichwörtlich gekillt.“ Die zwei Ständer sind nicht einmal im Boden verankert – also eine leichte Beute für Diebe.

Luisenstraße und Grüner Weg sind breit genug Elshoff fehlt am Eingang des Stromes eine Beschilderung für Radfahrer. Am Alten Strom ist die Einfahrt für Radler nur teilweise verboten. „Am Kirchenplatz könnte man überlegen, ob Radler wirklich um den gesamten Platz fahren müssten oder ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt, links abzubiegen“, sagt er.

Wenn in Warnemünde einige Straßen saniert werden, ist es angebracht, auch den Fahrkomfort für Radler aufzuwerten. „Es gibt Belag, der wie Kopfsteinpflaster aussieht, aber der abgeschliffen ist“, sagt er. Während es in der Hauptsaison nicht gehen würde, dass auf der Promenade geradelt wird, gibt es in der Nebensaison im Winter und Herbst kaum einen Grund, das zu verbieten.

Positiv ist allerdings in diesem Bereich die komfortable Ausstattung mit ansprechenden Radabstellanlagen. Das beginnt unterhalb des Leuchtturmes und zieht sich bis hinter den Strandweg. An dessen Eingang kommentiert Elshoff zwei Dinge: „Das Schild Fahrradverbot ist hier nicht zulässig, weil Kinder bis acht Jahren auf dem Bürgersteig fahren müssen und bis zehn Jahren dürfen“, sagt er. Außerdem: „Ein Fahrradverbotsschild unter einem Schild für einen Fußgängerweg anzubringen, ist eigentlich doppelt gemoppelt“, so Elshoff. Außerdem würde es sich nach seiner Ansicht anbieten, auch die Strandstraße für den Fahrradverkehr zu öffnen. „Allerdings müsste dann hier die Geschwindigkeit für Autofahrer reduziert werden“, sagt er. Das Gleiche trifft für die Luisenstraße zu, die so breit ist, dass parkende und fahrende Autos und ein Rad Platz haben. Im Grünen Weg sind gestern neue Einbahnstraßenschilder montiert worden, allerdings ohne den Zusatz „Für Fahrräder frei“. Eine Nachfrage bei der zuständigen Behörde im Vorfeld der Radtour hat ergeben, dass die Planungen in diesem Punkt abgeschlossen sind. Ein gutes Beispiel in diesem Zusammenhang findet sich unter dem Einbahnstraßenschild in der Schillerstraße, so ist die Kurhausstraße für Radler beidseitig befahrbar. In der Parkstraße gibt es auch etliche Mängel: „Der Radstreifen ist in einem sehr schlechten Zustand“, sagt Elshoff. Es finden sich viele Steinhuckel, es gibt durch Baumwurzeln „herauswachsende“ Kanaldeckel, auch der Rinnstein ist bereits in die Breite einbezogen.

Außerdem bewertet es der ADFC als positiv, dass vermehrt Radspuren in die Fahrbahn einbezogen worden sind. Die Kehrseite: Häufig sind die Radler durch falsch parkende oder haltende Autos behindert. In der Parkstraße findet sich auch das gute Beispiel, dass es eine Markierung für Radler zum Geradeausfahren in die Mühlenstraße gibt. Mit der Umgestaltung des Werftknotens hofft Elshoff auf eine Verbesserung für die Fahrradfahrer. Wenn möglich, sollten sie auch den Tunnel nutzen können. Insgesamt hat in der Hansestadt und in Warnemünde die Anzahl der Radfahrer stark zugenommen. „2005 waren es neun Prozent, 2009 ist die Anzahl auf 20 Prozent gestiegen“, vergleicht Elshoff. Als Grund nennt der Vorsitzende des ADFC-Regionalverbandes eine Mischung aus gestiegenem Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein, den Anstieg der Spritpreise, weggefallende Parkplatzsuche, zunehmende Mobiliät und auch den Zeitfaktor.


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