Mythen früher und heute : Von einem Drachen verschlungen

Wie Abergläubische das Verschwinden der Sonne erklären

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19. März 2015, 09:38 Uhr

Um die Sonnenfinsternis ranken sich von jeher Mythen und Aberglauben. Früher konnten sich die Menschen nicht erklären, warum die lebenspendende Sonne plötzlich verschwand, und bekamen Angst. Manche machten Drachen oder Dämonen für das Verschwinden der Sonne verantwortlich. Auch heute noch gibt es Menschen, die darin ein böses Omen sehen. Einige Überlieferungen:

Drachen

Einem Aberglauben in China und anderen Ländern zufolge wird die Sonne bei einer Finsternis von einem Drachen oder einem anderen Ungeheuer verschlungen. Mit Geschrei und Getöse wurde das Untier anschließend vertrieben.

Rituelle Bäder

Die indische Mythologie besagt, dass bei einer Sonnenfinsternis der Dämon Rahu versuche, den Sonnengott Surya und damit das Leben auf der Erde in Gefahr zu bringen. Gläubige Hindus vermeiden es dann, nach draußen zu gehen und zu essen. Viele nehmen rituelle Bäder, um sich von etwaigen Folgen reinzuwaschen.

Schlacht

Mitten in der Schlacht zwischen den westiranischen Medern und den kleinasiatischen Lydern 585 v. Chr. wurde plötzlich der Tag zur Nacht. Die Truppen beider Seiten, die sich schon seit sechs Jahren bekriegten, hielten inne und beschlossen, Frieden zu schließen. Das berichtet der griechische Geschichtsschreiber Herodot über die Sonnenfinsternis.

Prophezeiung

Der Pariser Modeschöpfer Paco Rabanne zog bei der Sonnenfinsternis 1999 Spott auf sich. Der Esoterik-Anhänger hatte den Absturz der russischen Raumstation Mir auf Paris unter der „Schwarzen Sonne“ vorhergesagt. Der Absturz kam erst 2001 – planmäßig und kontrolliert ins Meer.

Sekten

Manche Sekten erwarten bei einer Sonnenfinsternis den Weltuntergang. So hatten Anhänger einer dubiosen Glaubensgemeinschaft 1999 für den Tag des Himmelsereignisses eine Sintflut vorausgesagt und deshalb einen Bunker auf einem Hügel in der Nähe der spanischen Stadt Tarragona gebaut. Es passierte bekanntermaßen nichts.

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