Von Ehrenamtlichen und Schmuddelfilmchen

svz.de von
10. Januar 2013, 10:13 Uhr

Die Vokabeln sind schon aus den Steuerdebatten im Bundestag bekannt. "Einfacher" und "gerechter" soll es künftig bei den Musikrechten zugehen. Dumm nur, dass sich diese beiden Ansätze widersprechen. Entweder sind die Tarife leicht nachvollziehbar oder sie gehen auf Sonderfälle ein. Letzteres wäre die bessere Lösung für eine Reform der Gema.

Dabei sollten allerdings die richtigen Prämissen gesetzt werden. Ein Blick auf die Internetseite der Gema zeigt: Geregelt wird bis ins kleinste Detail. Eine Vielzahl von Tarifen, Dokumenten und Ordnungen erwartet den Kunden. Das geht bis zur "Aufführung von Filmen in Videoeinzelkabinen". Ob diese Unterteilung sinnvoll ist, können wohl nur die Experten der Gema beurteilen.

Viel wichtiger wäre es, dass in Zukunft die Ehrenamtlichen weniger Aufwand und weniger Kosten haben. Wer mit einer Veranstaltung kein Geld verdient, der sollte anders behandelt werden, als derjenige der mit der Leistung anderer einen Profit erwirtschaftet. Das gilt auch dann, wenn alle Einnahmen einer Veranstaltung in wohltätige Projekte fließen. Bei Jugendclubs, Sportvereinen oder Schulen. Dort klafft die Lücke im Gerechtigkeitssystem der Gema. Und das ist auch der Grund, warum in der Öffentlichkeit eher wenig Sympathie für den Rechteverwerter herrscht. Dem Feuerwehrmann vom flachen Land ist nicht zu erklären, warum er genau so behandelt wird, wie ein Gastronom.

Sondervereinbarungen mit großen Verbänden sind keine Lösung. Denn gerade in den bevölkerungsarmen Bundesländern sind es oft Einzelpersonen oder kleine Initiativen, die sich um gemeinnützige Projekte kümmern. Hier muss eine Lösung her. Natürlich kann nicht jeder Fall einzeln geprüft und bewertet werden. Es wäre ein Anfang den gemeinnützigen Vereinen generell einen Rabatt einzuräumen.

Am Ende könnte das für die Gema sogar zusätzliche Einnahmen bedeuten. Denn gerade auf diesem Sektor werden viele Veranstaltungen bisher gar nicht angemeldet und entsprechend nicht bezahlt. Damit die Vereine für ihre Feste nicht noch mehr ins Minus rutschen oder damit mehr Geld für den guten Zweck bleibt.

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