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24. September 2017 | 08:57 Uhr

Vom Burnout zur Depression

vom

svz.de von
erstellt am 09.Nov.2011 | 10:54 Uhr

Ausgebrannt sein, sich leer fühlen, sich nicht mehr konzentrieren können - das sind die ersten Symptome eines Burnouts.

Mit dem ärztlichen Direktor für Psychiatrie und Psychotherapie in der Helios-Klinik Schwerin, Prof. Dr. med. Andreas Broocks, sprach Sabrina Panknin.

Immer häufiger hören wir den Begriff "Burnout" - was steckt dahinter?

In der Regel ist mit Burnout ein Erschöpfungssyndrom gemeint, das im Zusammenhang mit einer länger andauernden beruflichen oder auch privaten Überforderungssituation steht.

Handelt es sich bei einem Burnout denn um eine Depression?

Symptomatologisch handelt es sich um eine leichte depressive Verstimmung. Wenn jetzt nicht rechtzeitig gegengesteuert wird, kann sich hieraus eine richtige Depression entwickeln.

Wie fühlen sich Betroffene dann, wenn aus einer anfänglich depressiven Verstimmung eine Depression geworden ist?

Dem Betroffenen fällt es immer schwerer, sich morgens zur Arbeit zu quälen. Gerade morgens ist die Stimmung besonders gedrückt. Bei der Arbeit fallen zunehmende Konzentrationsstörungen auf. Bei schweren Depressionen verlieren viele Patienten dann auch die Hoffnung, dass sie noch einmal wieder aus diesem "Loch" herauskommen. Manche fürchten, ihre Arbeit oder sogar ihre Familie endgültig zu verlieren und sehen dann oft nur noch wenig Sinn im Weiterleben. In dieser Phase kommt es zu einem drastischen Anstieg der Suizidgefahr.

Wer ist besonders gefährdet, an einem Burnout zu erkranken?

Es handelt sich gerade um die besonders guten und pflichtbewussten Mitarbeiter. Das sind diejenigen, die ihre Aufgaben sehr ernst nehmen und die nicht "Fünfe gerade sein lassen", weil sie keine Fehler machen wollen. Bei zunehmender Arbeitsüberlastung nehmen sie die Arbeit mit nach Hause und setzen auch noch das Wochenende dran.

Wie kann den Betroffenen in dieser Situation geholfen werden?

Viele Menschen haben den Wellnessbereich für sich entdeckt und sind bereit, hierfür auch Geld auszugeben. Ich persönlich halte auch eine vollwertige Ernährung für wichtig.

Was ist mit Sport?

Untersuchungen haben gezeigt, dass eine gute körperliche Fitness mit einem besseren psychischen Befinden assoziiert wird.

Wenn ein Burnout vor allem durch Überbelastung am Arbeitsplatz hervorgerufen wird - was können dann Arbeitnehmer und Unternehmen tun?

Sehr wichtig kann das Gespräch mit dem Vorgesetzten sein, der möglicherweise gar nicht von dem drohenden Überlastungssyndrom ahnt. Darüber hinaus muss überlegt werden, wie neben den Belastungen ein Ausgleich geschaffen werden kann - wie z. B. Sport.

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