Vier Sprengungen fällen robuste Silos

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22. Januar 2010, 11:14 Uhr

klein laasch | Die beiden alten Futtersilos auf dem Gelände der Schweinezuchtanlage bewiesen gleich zweimal Stehkraft. "Mecklenburger sind eben hart im Nehmen", kommentierte ein Schaulustiger gestern, als das alte Futtersilo nach einem Sprengversuch mit zehn Kilo "Supergel 30" zwar dem schiefen Turm von Pisa zum Verwechseln ähnelte, aber nicht umfallen wollte. "Wir müssen uns langsam herantasten", sagte Sprengmeister Mike Bühring. Jede Gebäudeart verhalte sich individuell, so der Experte für kontrollierte Sprengungen. Ein maschnineller Abriss mit Abrissbirne und Bagger sei aus Sicherheitsgründen nicht infrage gekommen. Zu groß die Gefahr, dass der Turm die Demonteure unter sich hätte begraben können. Bauleiter Reinhard Schlag von der Firma MUT, die den Schutt entsorgt, bezifferte das Gewicht der beiden Silos auf insgesamt 300 Tonnen.

Bereits am Vortag hatte sich das erste der beiden Silos als erstaunlich stabil herausgestellt und war erst im zweiten Anlauf eingestürzt. Deshalb brachte der Sprengexperte am zweiten 30-Meter-Turm mehr Sprengstoff an: 236 Sprenglöcher befüllte der Abrissfachmann mit jeweils 40 Gramm glycerinösem Sprengstoff, der extra für Abrisssprengungen konzipiert wurde. Sieben Zentimeter tief ließ er den Sprengstoff in der neun Zentimeter starken Wand des Futtersilos anbringen. Anschließend verschlossen Bühring und seine Mitarbeiter die Löcher mit Bauschaumstoff, um Gegendruck aufzubauen und die Sprengkraft zu bündeln.

Die etwa 5 000 Tiere im benachbarten Stall bekamen von der Explosion laut Tierarzt Horst Müller nicht viel mit. "Das ist für die Schweine wie ein Gewitter", unterstrich der Veterinär, der in dem Mastbetrieb für die tierärztliche Versorgung zuständig ist. Anstelle der Silos wird der niederländische Besitzer des Mastbetriebs, Cor van Eekelen, laut Müller eine Biogasanlage errichten lassen. Mithilfe der modernen Anlage soll durch den Gärprozess von Schweinegülle und Silage Biogas zur Strom- und Wärmeerzeugung gewonnen werden.

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