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Jedes sechste Parkhaus fällt durch Test : Viel zu klein für große Autos

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erstellt am 18.Nov.2011 | 10:14 Uhr

Der ADAC hat in seinem neuen Parkhaus-Test acht von 50 geprüften Anlagen als "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft" eingestuft. Somit sei jedes sechste Parkhaus glatt durchgefallen, teilte der ADAC gestern mit. Hauptkritikpunkt war die mangelnde Größe der Parkplätze - in nur einem Drittel der Häuser seien sie wie empfohlen 2,50 Meter breit. Aber auch zu geringe Einfahrtshöhen, steile Rampen und nicht überwachte Frauenparkplätze bemängelten die ADAC-Experten.

13 Parkhäuser schnitten im Test mit "gut" ab, nur eines erhielt die Bestnote "sehr gut". 28 Gebäude erhielten hingegen die Bewertung "ausreichend". Fünf wurden mit "mangelhaft" bewertet, drei mit "sehr mangelhaft". Untersucht wurden jeweils fünf Parkhäuser im Zentrum von Berlin, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln, München, Nürnberg und Wiesbaden.

Testsieger war das Parkhaus Kurhaus/Casino in Wiesbaden. Der ADAC lobte, dass die 2006 eröffnete Anlage hell, sauber und behindertengerecht sei. Außerdem gebe es ausreichend breite und schräg angeordnete Parkplätze sowie Personal rund um die Uhr.

Schlusslicht war das Parkhaus Kreuzstraße in Düsseldorf. Parkplätze und Einfahrtshöhe sind den Experten zufolge hier viel zu gering dimensioniert. Außerdem gebe es neben gefährlich durchgerosteten Geländern auf den Parkdecks des in den 60er-Jahren eröffneten Parkhauses einen Fahrstuhl, in dem der Transport von Kinderwagen verboten sei. Für den Autoclub ist es "genau der Typus Parkgarage, den man fürchtet". Man sei sich der Kritikpunkte bewusst, sagte eine Sprecherin des Parkhauses. Eine Sanierung sei geplant. Daher sei der Zeitpunkt des Tests sehr ungünstig gewesen. Das Parkhaus werde täglich gereinigt, aber das Gesamterscheinungsbild sei nicht mehr frisch, räumte die Sprecherin ein. Nach der Renovierung solle das Haus sauberer wirken. Außerdem sollten die Parkflächen vergrößert und die Benutzung für Menschen mit Behinderungen einfacher werden.

Auch neue Parkhäuser werden in Deutschland nach Ansicht von Verkehrsexperten noch oft zu eng geplant. "Wir haben das Problem, dass die Menschen immer größere Autos haben und gleichzeitig immer älter und zunehmend unbeweglich werden", sagte Professor Martin Robert Lühder von der Fachhochschule Münster. In engen Parkhäusern kämen Autofahrer deshalb immer schlechter zurecht.

Nach Lühders Einschätzung halten die Vorgaben für den Parkhausbau nicht mit dem Trend zu immer breiteren und größeren Autos Schritt. "Wir müssen uns in unseren Regelwerken der demografischen Entwicklung anpassen", fordert er. Von vornherein platzsparend zu planen, sei bisweilen eine Milchmädchenrechnung: "Man hat dann vielleicht eine Menge Parkplätze, aber keine Autos im Parkhaus stehen, weil die Leute es nicht mehr befahren können."

Kriterien beim Test waren Sicherheit, Befahrbarkeit, Benutzerfreundlichkeit und die Tarife - insgesamt gab es 120 Prüfpunkte. Autofahrer in Hannover müssen dem ADAC zufolge mit durchschnittlich 1,14 Euro am wenigsten bezahlen, in München mit 3,10 Euro mit Abstand am meisten. Die Preise fielen im Test allerdings kaum ins Gewicht, weil sie nur zehn Prozent der Wertung ausmachten.

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