Verletzter Reiher hüpfte im Garten

Marcus Pankow und Frank Junkier kümmern sich um den verletzten Reiher.
Marcus Pankow und Frank Junkier kümmern sich um den verletzten Reiher.

Graureiher können nicht reden. Deshalb werden seine Retter nie erfahren, wie der Vogel zu seinem verletzten Flügel kam. Nur das ist bekannt: Das Tier konnte sich nicht mehr in die Lüfte schwingen. Es war im Zellwolleweg notgelandet.

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11. März 2009, 09:42 Uhr

Wittenberge | Hilflos hüpfte der Vogel auf dem Gelände hinter dem evangelischen Gemeindehaus herum. Eine Frau sah ihn, wunderte sich, griff zum Telefon. Im Rathaus beim Ordnungsamt wusste Mitarbeiter Ralf Heller, was zu tun ist. Stadtgerätewart Frank Junkier griff das für alle Fälle im Feuerwehrgerätehaus bereit liegende große Fangnetz und machte sich auf den Weg. "Der Vogel konnte ja nicht mehr fliegen, er lief übers Gelände, stand dann auf einer Art Komposthaufen", sagt Junkier. Er stülpte dem Reiher das Netz über und trug ihn vorsichtig ins Auto. "Das schwarz-graue Gefieder am linken Flügel ist voller Blut", stellen wenig später er und Marcus Pankow von der unteren Naturschutzbehörde fest, als sie den Graureiher im Gerätehaus vorsichtig in Augenschein nehmen. Der Mitarbeiter der kreislichen Behörde verfrachtet den Vogel, der jetzt ganz reglos ist, mit Hilfe des Gerätewart in einen Karton, zuvor wird er vorsichtig in ein Tuch eingeschlagen. Noch immer quillt Blut aus der Schwinge. Kann dem Graureiher geholfen werden?

Gestern Nachmittag kommt die gute Nachricht: Das Gelenk des verletzten Flügels ist augenscheinlich nicht betroffen. Das haben die fachlich versierten Mitarbeiter in der Vogelschutzwarte in Buckow festgestellt, sagt Marcus Pankow. Er ist gerade von dort zurück. Mit der Buckower Einrichtung arbeite die Kreisverwaltung in Fällen wie diesem eng zusammen. In der Vogelschutzwarte habe man den Flügel erst einmal stabilisieren können. Heute soll der Reiher in der Tierklinik Berlin behandelt werden.

Wie der Vogel zu seiner Verletzung kam, dafür gibt es offiziell keine Erklärung. Manches spricht dafür, dass jemand das Gewehr anlegte und auf den großen Flieger zielte, der nun aber seine Chance bekommt, wieder gesund zu werden.

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