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19. November 2017 | 11:40 Uhr

KZ-Häftlinge : Vergast, geprügelt und erschossen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Als Soldaten der Roten Armee am 27. Januar 1945 Auschwitz befreiten, fanden sie dort noch etwa 7000 Häftlinge, darunter auch Kinder. Die SS-Wachen hatten diese kranken und völlig entkräfteten Häftlinge zurückgelassen, als sie gut eine Woche zuvor mit etwa 56 000 Häftlingen aus Auschwitz und den umliegenden Nebenlagern Richtung Westen aufbrachen. Die Gaskammern und Krematorien waren zu diesem Zeitpunkt bereits zerstört – es sollten keine Spuren hinterlassen werden.

Doch die Befreier fanden nicht nur die Überlebenden, die von der Hölle berichten konnten, sie fanden die Leichen der kurz vor dem Aufbruch der SS ermordeten Häftlinge, die Asche der Ermordeten in den Ruinen, den Inhalt der Lagerhäuser mit der Habe der Opfer: rund 350 000 Anzüge, 800 000 Frauenkleider, Zehntausende Paare von Schuhen. Ebenso wie die Listen der Lagerbürokratie mit den Nummern der Häftlinge ließen die Kleider der Toten eine Ahnung vom Ausmaß des Massenmordes aufkommen.

Wie viele Menschen in Auschwitz-Birkenau, dem größten der deutschen Vernichtungslager, ermordet wurden, lässt sich vielleicht nie genau feststellen. Tausende waren von den Deportationszügen direkt in die Gaskammern geschickt worden, ohne je mit einer Lagernummer registriert worden zu sein.

Fest steht, dass mindestens 1,1 Millionen Menschen in Auschwitz vergast, zu Tode geprügelt, erschossen wurden, an Krankheiten und Hunger starben. Die Zahl der Opfer könnte noch deutlich höher sein.

Für die Überlebenden des Holocaust ist Auschwitz der größte jüdische Friedhof der Welt. Der Begriff Holocaust ist abgeleitet vom griechischen Wort „holokaustos“ für „völlig verbrannt“.

Die Schätzungen zur Zahl der ermordeten Juden in der NS-Zeit reichen von mindestens 5,1 Millionen bis mehr als 6 Millionen. Den Nazi-Verbrechen fielen auch Hunderttausende Sinti und Roma zum Opfer sowie Zehntausende Behinderte, Homosexuelle und Regimegegner.

Nach einem UN-Beschluss wird am 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, seit 2006 der Opfer des Nationalsozialismus gedacht, in Deutschland seit 1996. 

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