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TTIP: Reaktionen aus MV : „Verbraucherschutz darf nicht geopfert werden“

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erstellt am 03.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Die Enthüllung der TTIP-Dokumente stieß bei landwirtschaftlichen Betrieben, Verbänden und Politikern in MV auf Kritik und Ablehnung.

So beispielsweise bei Carsten Gühlstorf: Der Fleischermeister führt den seit 1956 bestehenden Familienbetrieb „Landfleischerei F. Behncke“ in Vellahn und bezeichnet sich selbst als großen TTIP-Gegner. „Kein Mensch kann sagen, was da passieren kann, wenn so was wie Chlorhühnchen zu uns kommen. Wir sind darauf bedacht, regionale und unsere eigenen Produkte zu vermarkten und nicht irgendwelche Sachen aus den USA. Das braucht vielleicht die Industrie, aber nicht das Handwerk. Wir können uns selbst versorgen“, so Gühlstorf.

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Auch Politiker wie der Landwirtschaftsminister MV, Till Backhaus (SPD), und der Obmann der SPD-Bundestagsfraktion im Fachausschuss, Wilhelm Priesmeier, beziehen zu dem Thema klar Stellung. „Wir sagen ganz deutlich: Kein Chlorhühnchen für einen VW!“, heißt es in einer Stellungnahme von  Priesmeier. Die Sicherung und Einhaltung europäischer Standards habe für die Politiker oberste Priorität. „Das US-Prinzip, es wird erst verboten, wenn es nachweislich schädlich ist, widerspricht fundamental unserem Verständnis von Verbraucherschutz und darf daher nicht auf dem TTIP-Altar geopfert werden“, so Till Backhaus.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt ausdrücklich vor den Folgen, die das Freihandelsabkommen mit diesen Bedingungen für die Lebensmittelsicherheit, den Verbraucher- und den Tierschutz hätten. „Die TTIP-Leaks zeigen eindeutig, dass es in den Verhandlungen darum geht, auf Kosten hoher Verbraucherschutzstandards die Interessen der Agrar- und der Chemieindustrie durchzusetzen. Bei der Gentechnik-Kennzeichnung oder der Abwehr des Hormoneinsatzes in der Tierhaltung wird es nahezu unmöglich, in der EU geltende Prinzipien beizubehalten“, betonte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern hingegen steht den gestrigen Enthüllungen gelassener gegenüber. Wie Detlef Kurreck, Präsident des Bauernverbandes, mitteilte, kenne er den genauen Inhalt der jetzt veröffentlichten Dokumente zwar noch nicht, ist aber der Meinung, dass sich nichts geändert hätte. „Es ist nichts anderes, als es vorher schon war. Nur, dass es jetzt eben öffentlich gemacht wurde.“

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