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25. November 2017 | 03:23 Uhr

Hintergrund : „Unwörter“ des Jahres

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erstellt am 13.Jan.2015 | 11:21 Uhr

Die von Sprachwissenschaftlern gewählten „Unwörter“ des Jahres gelten als Ausdruck des Zeitgeistes. Eine Auswahl der vergangenen Jahre:

2014: „Lügenpresse“: „Eine solche pauschale Verurteilung verhindert fundierte Medienkritik und leistet somit einen Beitrag zur Gefährdung der für die Demokratie so wichtigen Pressefreiheit“, betonte die Jury. Das Schlagwort, das bereits aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und des Nationalsozialismus bekannt ist, tauchte zuletzt im Rahmen der islamkritischen Pegida-Proteste auf.

2013: „Sozialtourismus“: Einige Politiker und Medien hätten „gezielt Stimmung gegen unerwünschte Zuwanderer, insbesondere aus Osteuropa, gemacht“, meinte die Jury. Der Ausdruck diskriminiere aber Menschen, „die aus purer Not in Deutschland eine bessere Zukunft suchen, und verschleiert ihr prinzipielles Recht hierzu“.

2012: „Opfer-Abo“: Das Schlagwort hatte Wetter-Moderator Jörg Kachelmann geprägt. Er meinte damit, dass Frauen immer wieder die Opferrolle zugesprochen wird. Die Jury kritisierte, der Begriff stelle Frauen „pauschal und in inakzeptabler Weise“ unter den Verdacht, sexuelle Gewalt zu erfinden und damit selbst Täterinnen zu sein.

2011: „Döner-Morde“: Mit der „sachlich unangemessenen, folkloristisch-stereotypen Etikettierung“ würden ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt, erklärte die Jury.

2010: „Alternativlos“: Das Wort suggeriere zu Unrecht, dass keine Diskussion mehr notwendig sei.

2009: „Betriebsratsverseucht“: Damit würden Arbeitnehmer-Interessen in völlig unangemessener Weise als Seuche dargestellt.

2008: „Notleidende Banken“: Der Begriff stelle das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise auf den Kopf.

2007: „Herdprämie“: Diffamierung von Eltern, insbesondere von Frauen, die ihre Kinder zu Hause erziehen, anstatt einen Krippenplatz in Anspruch zu nehmen.

2006: „Freiwillige Ausreise“: Damit werde suggeriert, dass viele abgelehnte Asylbewerber vor einer Abschiebung „freiwillig“ in ihre Heimat zurückkehrten. Tatsächlich hätten sie keine Wahl.

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